Streikwoche bei Bautz’ner Senf

# Sperrfrist 20.9. 22 Uhr #

Streikwoche bei Bautz´ner Senf (Develey)

Arbeitgeber blockiert Lohnangleichung

Bautzen. Mit Beginn der Nachtschicht am Sonntagabend ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu einem längeren Streik beim Senfhersteller Bautz´ner auf, der zunächst bis zum Freitag dauern soll.

Hintergrund ist die Blockade des Unternehmens, ernsthaft über einen Abbau der bestehenden Lohnunterschiede zu anderen Standorten zu verhandeln. Bereits mehrmals hat die Gewerkschaft das Unternehmen dazu aufgefordert. Aber seitens der Arbeitgeberseite gab es dazu keine Einlassung. Das letzte Angebot des Arbeitgebers sieht im Wesentlichen vor, die bestehenden Lohnunterschiede bis 2025 fortzuschreiben. Die Gewerkschaft schlug dagegen vor, die Löhne und Gehälter bis September 2022 um 310 Euro anzuheben. Dazu ist das Unternehmen nicht bereit. Die Lohnabstände zu anderen Betrieben der Unternehmensgruppe Develey, zu der Bautz’ner Senf gehört, reichen im monatlichen Entgelt bei Facharbeitern von 694€ beim Werk in Dingolfing (Niederbayern) bis zu 941€ bei Löwensenf in Düsseldorf.

Neben dem Abbau der Lohnunterschiede fordert die Gewerkschaft, die untere Lohngruppe auf mindestens 12 Euro zu erhöhen, um armutsfeste Löhne zu erreichen. Die anderen Lohngruppen sollen entsprechend angepasst werden.

Am Montag starten die Streikenden um 10 Uhr mit einem Treff auf der Platte (Am Kornmarkt) in Bautzen.

Bei Bautz‘ner Senf muss sich jetzt endlich etwas bewegen! In vielen Betrieben gibt es bereits erfolgreiche Tarifabschlüsse. Wir haben dem Arbeitgeber deshalb einen konkreten Vorschlag zur Lösung des Konfliktes unterbreitet“, erklärt Olaf Klenke, Verhandlungsführer der NGG. Klenke weiter: „Es reicht! Die Beschäftigten wollen nicht mehr Beschäftigte zweiter Klasse sein. Ihre Arbeit muss genauso viel Wert sein, wie die der Kolleginnen und Kollegen im Westen.“

„Die Kolleginnen und Kollegen machen ihre Arbeit gerne! Aber sie wollen auch so viel verdienen, dass sie im Alter nicht in Armut leben müssen. Deshalb fordern wir einen armutsfesten Stundenlohn von mindestens 12€, auch in der untersten Lohngruppe!“ ergänzt Dana Wünsche, Mitglied der NGG-Tarifkommission und seit 32 Jahren bei Bautz´ner Senf beschäftigt.

Hintergrund:

Bei anderen Unternehmen der Ernährungswirtschaft Sachsen hat es bereits Verhandlungs-ergebnisse gegeben. So steigen bis zum September 2022 die Löhne der Beschäftigten bezogen auf einen Facharbeiter beim Tiefkühlhersteller FRoSTA in Lommatzsch um 394 Euro, beim Cargill-Öl-Werk in Riesa um 358 Euro und beim Fruchtsafthersteller Sonnländern (Edeka-Tochter) in Rötha um 310 Euro. Auch im Unilever-Knorr Werk in Auerbach steigt der Facharbeiterlohn nach mehreren Warmstreiks um 513€ (+22%) bis 2022. Beim Vandemoortele-Margarinewerk Dresden steigt der Facharbeiterlohn in dem Zeitraum um 317 Euro. Der Einstieg in die Lohnangleichung muss auch bei Bautz’ner Senf möglich sein.

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