WER IST MEHDI HASAN?

 

HAT MEHDI HASAN RECHT?

(20. Mai 2026) Ein forensisch-investigativer Essay – von Andreas Manousos, in zwei Teilen

 

Lesezeit Teil 1: ca. 11 Minuten

 

Lesezeit Teil 2: ca. 8 Minuten

Vorbemerkung: Dieser Essay behandelt Mehdi Hasans Drei-Minuten-Video als journalistisches Belastungsprotokoll gegen staatliche Kriegsnarrative. Die Prüfung folgt der Beweisfrage: Welche seiner Angriffe treffen dokumentierte Falschbehauptungen, welche treffen beschädigte Darstellungen, und welche verlangen forensische Nachschärfung?

Methodischer Schlüssel: Der Essay arbeitet mit vier Beweisstufen. Erstens: belegte Falschbehauptungen, bei denen spätere Recherchen, Dokumente oder offizielle Korrekturen die ursprüngliche Darstellung entwerteten. Zweitens: überdehnte Darstellungen, bei denen ein realer Kern existierte, die öffentliche Maximalbehauptung weiter reichte als die belastbare Evidenz. Drittens: offene Beweisfragen, bei denen die Akte keine abschließende Entlastung und keine abschließende Belastung trägt. Viertens: politische oder moralische Bewertung nach Abschluss der Beweisprüfung. Der Begriff „Lüge“ erscheint hier als Hasans journalistische Zuspitzung; die Prüfung entscheidet für jede Aussage gesondert, ob sie widerlegt, unbelegt, überdehnt, irreführend oder durch spätere Befunde gestützt wurde. Hasans Genozidbegriff gehört zum Originalvortrag. Die rechtliche Qualifikation des Gaza-Krieges bleibt in diesem Essay eine anhängige Rechts- und Beweisfrage, getragen von internationalen Verfahren, institutionellen Bewertungen und menschenrechtlichen Gutachten.

Teil 1

Der Mann, der Macht verhört

Drei Minuten genügen für eine Nachricht, eine Pointe, eine politische Behauptung. Mehdi Hasan baut daraus ein Kreuzverhör. Sein Video über Israels „Top Ten Lies“ zu Gaza läuft mit der Geschwindigkeit eines Social-Media-Clips und besitzt zugleich die Architektur einer Anklageschrift: Behauptung, Gegenbeleg, nächster Fall. Der Vortrag verzichtet auf lange Vorrede, diplomatischen Schonraum und bequemes Einordnungsritual. Er greift den zentralen Mechanismus moderner Kriegs-PR an: Erst wird behauptet, weltweit wiederholt, politisch verwertet, dann spät korrigiert. Die spätere Korrektur erreicht die politische Wirkung der ursprünglichen Behauptung kaum noch.

Mehdi Hasan wurde 1979 in Swindon in England geboren. Seine familiären Wurzeln liegen in Indien, genauer in einer südasiatisch-muslimischen Herkunftsfamilie. In westlichen Debatten wird er dennoch häufig vorschnell arabisch verortet: Name, religiöse Zuschreibung, optische Wahrnehmung und seine dauerhafte Beschäftigung mit Palästina, Islamophobie, US-Außenpolitik und Nahostkrieg erzeugen diese Fehlzuschreibung. Sie sagt mehr über die Blickgewohnheiten westlicher Öffentlichkeit aus als über Hasan selbst. Biografisch gehört er zur britisch-amerikanischen Medienwelt: Oxford-Ausbildung, britische Rundfunkkarriere, Al Jazeera, MSNBC, The Guardian, schließlich Zeteo, seine eigene Plattform. Zeteo beschreibt sich als Medienorganisation für Rechenschaft, ungefilterte Analyse und Wahrheitssuche; Al Jazeera beschreibt Hasans Format „Head to Head“ als Interviews „with attitude“, also als Konfrontation statt höflicher Gesprächsverwaltung.

Hasan zwingt Regierungsvertreter, Militärsprecher, Lobbyisten und ideologische Apparatschiks in die Beweispflicht. Er stoppt Ausweichmanöver, isoliert Widersprüche, wiederholt die Kernfrage und zerschlägt vorbereitete Sprachregelungen unter öffentlichem Druck. Seine Gäste verlieren die Kontrolle über das Gespräch, sobald ihre Aussagen keine belastbare Tatsachengrundlage tragen. Dort entsteht die Entlarvung.

Diese Technik wirkt aggressiv, weil sie Macht keinen Schonraum gibt. Hasan arbeitet mit Geschwindigkeit, Aktenkenntnis und moralischer Dringlichkeit. Er blockiert Fluchten in Nebensätze und behandelt offizielle Sprecher als interessengebundene Akteure im Informationskrieg. Regierungen, Militärs, Geheimdienste und Kriegsministerien sprechen in solchen Situationen aus dem Schutz eigener Operationen heraus; ihre Mitteilungen dienen Interessen, Legitimation und Deutungshoheit.

Hasan spielt in einer Liga mit Seymour Hersh, mit anderem Werkzeug. Hersh bohrte sich über Quellen, Dokumente und Insiderstrukturen in die dunklen Räume amerikanischer Macht. My Lai, Abu Ghraib, CIA-Programme und verdeckte Operationen wurden durch Hershs Arbeitsweise zu historischen Akten. Britannica nennt Hersh ausdrücklich als Journalisten, dessen große Recherchen My Lai und Abu Ghraib betrafen; Reuters beschrieb ihn 2025 erneut als Symbolfigur investigativer Machtkonfrontation. Hasan arbeitet schneller, öffentlicher, digitaler. Hersh öffnet den Tresor. Hasan zerlegt den Sprecher vor laufender Kamera.

Die Plattformöffentlichkeit des 21. Jahrhunderts macht Hasan für ein jüngeres, globales Publikum sichtbarer als den klassischen Investigativjournalisten Hersh. Hersh gehört zur Epoche der langen Recherche, der Zeitschriftenarchive, der anonymen Quellen, der gedruckten Enthüllung. Hasan gehört zur Epoche des viralen Ausschnitts, des konfrontativen Interviews, der Echtzeit-Zerlegung und der digitalen Gegenöffentlichkeit. Sein Buch „Win Every Argument“ passt exakt in diese Biografie: Hasan begreift Debatte als Kampf um Beweis, Logik, Publikum und Wirkung.

Der Gaza-Kontext verschärft diese Methode. Seit dem 7. Oktober 2023 steht jede öffentliche Behauptung unter dem Druck eines beispiellosen Informationskrieges. Der Hamas-geführte Angriff vom 7. Oktober bleibt als Massenverbrechen aktenkundig; Human Rights Watch dokumentierte Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch Hamas-geführte Gruppen gegen israelische Zivilisten. Zugleich entwickelte sich Israels Krieg gegen Gaza zu einem Fall internationaler Gerichte, UN-Prüfungen, Hungerkatastrophen, Krankenhauszerstörung, Massenvertreibung und Genozidvorwürfen. Der Internationale Gerichtshof ordnete im Verfahren Südafrika gegen Israel vorläufige Maßnahmen an. Der Internationale Strafgerichtshof erließ Haftbefehle gegen Benjamin Netanyahu und Yoav Gallant wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, darunter Hunger als Kriegsmethode. Amnesty International kam im Dezember 2024 zu dem Ergebnis, Israel begehe Genozid an Palästinensern in Gaza. Ärzte ohne Grenzen spricht offen von Genozid.

Der historische Hintergrund solcher Medien- und Kriegsnarrative reicht weit über Gaza hinaus. Die Brutkastengeschichte vor dem Irakkrieg 1991, die angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen 2003, der Tonkin-Zwischenfall im Vietnamkrieg oder spätere Enthüllungen über Abu Ghraib zeigen immer wieder dieselbe Struktur: emotionale Erstbehauptung, moralische Mobilisierung, politische Eskalation und deutlich spätere Korrektur oder Entlarvung. Hasan bewegt sich genau in dieser Tradition aggressiver Macht- und Propagandakritik.

Hasans Drei-Minuten-Video entstand in diesem Feld. Zeteo veröffentlichte den Clip unter dem Titel „Debunked! Israel’s Top 10 Lies on Gaza“ im August 2025. Die Ankündigung formulierte den Anspruch unmissverständlich: Hasan wolle zehn Lügen über Gaza in unter drei Minuten zerschlagen. Der Clip ist ein komprimierter Gegenschlag gegen Narrative, die bereits politische Entscheidungen, Hilfspolitik, Medienbilder und Kriegsmoral geprägt hatten.

Die spätere Rückkehr zu diesem Video besitzt ihren Grund. Zwischen August 2025 und Mai 2026 bestätigten Untersuchungen, Medienkorrekturen, Zeugenaussagen, internationale Berichte und zusätzliche Recherchen zahlreiche Punkte, die Hasan bereits im August 2025 öffentlich angesprochen hatte. Mehrere Aussagen, für die Hasan damals massiv angegriffen oder als propagandistisch diskreditiert wurde, erhielten in den folgenden Monaten zusätzliche Stützung. Der Drei-Minuten-Clip steht heute als frühe öffentliche Zerlegung israelischer Kriegsnarrative da, deren Glaubwürdigkeit in zentralen Punkten weiter erodierte.

Mehdi Hasan veröffentlichte das konkrete „Top 10 Lies on Gaza“-Video am 3. August 2025 über seine Medienplattform Zeteo. Das Video erschien auf der Zeteo-Webseite, auf Zeteos Social-Media-Kanälen sowie als Kurzvideo auf YouTube, X/Twitter, Facebook, Instagram und TikTok. Die YouTube-Kurzfassung lief unter dem Titel „Israel’s Top 10 Lies About Its Genocide — DEBUNKED“. Bereits zuvor hatte Hasan im März 2024 mit „Top Seven Lies About Gaza“ eine frühere Version derselben journalistischen Gegenoffensive veröffentlicht.

Die Gegenoffensive gegen Hasan

Die Gegenreaktion auf Hasan folgte einem bekannten Muster. Große Medien und Kommentatoren zielten häufig auf seine Person, seine Sprache, seine moralische Härte oder seine politische Haltung; die einzelnen Beweisfragen seines Videos rückten nach hinten. Während Hasan über Hilfslieferungen, Krankenhausdarstellungen, die „40 beheaded babies“-Geschichte, UNRWA, Todeszahlen oder spätere Dementis sprach, verschob sich die Debatte auf die Metaebene: Hasan sei aggressiv, aktivistisch, emotional, antiisraelisch oder rhetorisch extrem. Besonders sichtbar wurde dies im September 2025 nach einem eskalierten Streitgespräch bei Piers Morgan. Teile der Berichterstattung konzentrierten sich auf Hasans Wut, seine Ausdrucksweise und seine Persönlichkeit. The Daily Beast beschrieb den Auftritt als „swearing rage“ und rahmte die Szene stärker als emotionales Spektakel denn als politische oder forensische Auseinandersetzung. Ähnliche Muster zeigten sich in Teilen proisraelischer Medienkritik: Die Wahrheit einzelner Kriegsnarrative rückte in den Hintergrund; im Mittelpunkt stand die moralische Diskreditierung des Sprechers selbst. Parallel dazu hatten zahlreiche internationale Medien zuvor genau jene Narrative mitgetragen oder verstärkt, die Hasan später frontal angriff. Die Geschichte von den „40 enthaupteten Babys“ wurde im Oktober 2023 weltweit in einem Klima maximaler moralischer Schockwirkung verbreitet. Deutsche Medien wie die Jüdische Allgemeine, der Merkur und andere Plattformen transportierten die Erzählung früh in die Öffentlichkeit, oft vor belastbaren unabhängigen Belegen. Auch bei UNRWA, Al-Shifa und den Todeszahlen aus Gaza zeigte sich später, dass mehrere frühe Behauptungen weit unsicherer waren, als es die ursprüngliche mediale Gewissheit suggeriert hatte. Hier setzt die eigentliche Bedeutung Hasan’scher Konfrontationsjournalistik an: Er attackiert Narrative in jenem kurzen Zeitfenster, in dem sie politische Realität erzeugen, lange bevor spätere Korrekturen oder Untersuchungen dieselbe globale Wirkung erreichen.

Nachfolgend der transkribierte und ins Deutsche übersetzte Prüfgegenstand. Die darin enthaltene Genozid-Formulierung dokumentiert Hasans Originalrahmung:

„Die israelische Regierung hat seit dem 7. Oktober so viele Unwahrheiten verbreitet – über den 7. Oktober selbst, über Gaza, über Hilfslieferungen –, dass man sie kaum alle behalten kann, geschweige denn noch Schritt halten könnte.

Hier sind – in weniger als drei Minuten – Israels zehn größte Lügen über diesen Genozid widerlegt. Die Uhr läuft.

Lüge Nummer eins:

Die Israelis behaupteten immer wieder – bis hin zu Netanyahu selbst –, Hamas würde die Hilfslieferungen nach Gaza stehlen.

Doch wie sich herausstellte, fanden israelische Militärbeamte dafür niemals tatsächliche Beweise. Keine systematische Plünderung.

Auch eine Untersuchung der US-Regierung fand keinerlei Beweise dafür.

Lüge Nummer zwei:

Sie sagten, dieser Krieg gehe um die Geiseln, darum, sie nach Hause zu bringen, und der Krieg würde sofort enden, wenn Hamas alle Geiseln freilasse.

Doch israelische Geiselfamilien sagen, ihnen sei mitgeteilt worden, dass Hamas bereits am 9. oder 10. Oktober angeboten habe, alle zivilen Geiseln freizulassen – im Austausch dafür, dass die israelische Armee nicht in den Gazastreifen einmarschiert.

Die israelische Regierung habe dieses Angebot abgelehnt.

Und israelische Minister selbst sagen immer wieder öffentlich, dass die Geiseln nicht ihre Priorität seien.

Lüge Nummer drei:

Enthauptete Babys. Vierzig enthauptete Babys.

Sogar Präsident Biden sagte, er habe Bilder der enthaupteten Babys gesehen.

Doch das konnte er gar nicht, denn es gab keine Bilder davon – weil es keine vierzig enthaupteten Babys gab.

Ebenso wenig wurden Babys in Öfen gesteckt oder an Wäscheleinen aufgehängt.

Das waren alles Lügen.

Sogar israelische Medien räumen das inzwischen ein.

Wissen Sie, welche Babys seit dem 7. Oktober tatsächlich enthauptet wurden?

Palästinensische Babys in Gaza – durch israelische Bomben.

Lüge Nummer vier:

Es habe systematische Massenvergewaltigungen durch Hamas am 7. Oktober gegeben.

Niemand behauptet, dass es am 7. Oktober keinerlei sexuelle oder geschlechtsspezifische Gewalt gegeben habe.

Aber Massenvergewaltigung als gezielte Kriegswaffe?

Die Times of London – eine pro-israelische, Murdoch-nahe rechte Zeitung – untersuchte die Vorwürfe intensiv.

Zitat:

„Israel sagt, Hamas habe Vergewaltigung als Waffe eingesetzt. Ermittler sagen jedoch, die Beweise halten einer Überprüfung nicht stand.“

Die UN-Untersuchungskommission erklärte vergangenes Jahr, sie habe die Vergewaltigungsvorwürfe nicht unabhängig bestätigen können, auch wegen Behinderungen durch israelische Behörden.

Und die leitende israelische Staatsanwältin des Falls sagte selbst:

„Am Ende haben wir keine Beschwerdeführer.“

Lüge Nummer fünf:

Unter dem Al-Schifa-Krankenhaus befinde sich ein Hamas-Kommando- und Kontrollzentrum.

Israel veröffentlichte sogar ein Video, das aussah wie das geheime Hauptquartier eines Bond-Bösewichts.

Doch fast zwei Jahre später gibt es weiterhin keinerlei Beweise für diese gigantische unterirdische Anlage unter Al-Schifa.

Was wir dort stattdessen gesehen haben, sind Massengräber voller palästinensischer Leichen.

Lüge Nummer sechs:

Das Rantisi-Krankenhaus sei benutzt worden, um israelische Geiseln festzuhalten.

Und das wisse man, weil der Sprecher des israelischen Militärs vor laufender Kamera einen angeblichen Dienstplan der Hamas-Wachen präsentierte.

Nur war es gar kein Wachplan.

Es standen keine Namen darauf.

Es war schlicht ein Kalender mit den Wochentagen auf Arabisch.

Lüge Nummer sieben:

UNRWA sei eine Frontorganisation der Hamas.

Israel stellte diese Behauptung auf, woraufhin die USA und andere Staaten ihre Finanzierung für UNRWA stoppten.

Doch später stellte sich heraus, dass vieles davon haltlos war.

Nicht nur das Wall Street Journal – das Israels Kriegsführung zuvor prominent unterstützt hatte – räumte später intern ein, dass Israels Behauptungen nicht durch solide Beweise gedeckt seien.

Auch eine ehemalige französische Außenministerin, die die Vorwürfe unabhängig überprüfte, erklärte, Israel habe ihr keinerlei Beweise vorgelegt, die die Anschuldigungen stützen würden.

Lüge Nummer acht:

Man könne den Todeszahlen des Hamas-kontrollierten Gesundheitsministeriums in Gaza nicht vertrauen.

Doch tatsächlich kann man das.

Die medizinische Fachzeitschrift The Lancet sagt das.

Und wissen Sie, wer noch?

Israelische Geheimdienstmitarbeiter selbst.

Eine israelische Geheimdienstquelle sagte:

„Ich vertraue dem Gesundheitsministerium in Gaza mehr als der IDF, wenn es um diese Statistiken geht.“

Lüge Nummer neun:

All diese Leugnungen von Massakern.

„Wir haben keine 15 Helfer getötet.“

Doch eine Untersuchung zeigte, dass sie es doch taten.

„Wir haben keine über hundert Menschen erschossen, die auf Mehl oder Lebensmittelhilfe warteten.“

Doch eine CNN-Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass genau das geschah.

Man kann ihren Dementis schlicht nicht glauben.

Lüge Nummer zehn:

„Wir benutzen keine menschlichen Schutzschilde. Hamas benutzt menschliche Schutzschilde.“

Ja, Hamas operiert in dicht besiedelten zivilen Gebieten.

Aber israelische Soldaten schnallten buchstäblich Palästinenser an die Front ihrer Fahrzeuge.

Mehrere Palästinenser und auch israelische Soldaten berichteten der Associated Press, dass israelische Truppen Palästinenser systematisch als menschliche Schutzschilde missbrauchten.

Da haben Sie es also.

Israels wichtigste Lügen – in weniger als drei Minuten widerlegt.

Gern geschehen.“

Die Zeugenlage vor Ort

Die humanitäre Akteurslandschaft spricht eine deutliche Sprache. UNRWA, WFP, WHO, UNICEF, Ärzte ohne Grenzen, Oxfam, Save the Children, CARE, Caritas, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, der Palästinensische Rote Halbmond, Welthungerhilfe und zahlreiche Partnerorganisationen arbeiten in Gaza aus der Realität zerstörter Kliniken, leerer Lager, traumatisierter Kinder, kontaminierter Wasserversorgung und blockierter Hilfsrouten heraus.

Unter den dauerhaft in Gaza tätigen großen Hilfsorganisationen dominiert inzwischen eine israelkritische Befundsprache. UNICEF spricht von mehr als 700 Tagen, in denen Kinder getötet, verstümmelt und vertrieben wurden. WHO, WFP, FAO und UNICEF bestätigten im August 2025 gemeinsam eine Hungersnot in Gaza und forderten sofortigen, ungehinderten humanitären Zugang. WHO warnte vor einem Gesundheitssystem am Bruchpunkt und dokumentierte hunderte Angriffe auf Gesundheitsversorgung seit Oktober 2023. Das IKRK sprach im Mai 2025 von einer humanitären Antwort am Rand des Zusammenbruchs. MSF spricht von Genozid und der systematischen Aushöhlung medizinischer Versorgung. Oxfam und über hundert Hilfsorganisationen warfen Israel die Instrumentalisierung von Hilfe vor. CARE beschrieb die Hungersnot als menschengemacht und durch Belagerung sowie Hilfsblockade verursacht. Caritas Internationalis sprach von Barbarei und Komplizenschaft.

Diese Organisationen tragen die humanitäre Wirklichkeit in die Akte. Israel beantwortete die Kritik dieser Organisationen zunehmend mit Delegitimierung, flankiert von Gegenargumenten: Infiltrationsvorwürfe, Terrornähe-Vorwürfe, Registrierungshürden, NGO-Beschränkungen und systematische Angriffe auf die Glaubwürdigkeit von UNRWA und anderer Hilfswerke. Associated Press berichtete Anfang 2026 über israelische Maßnahmen gegen mehr als 30 Hilfsorganisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen und CARE; Reuters berichtete im Mai 2026 über den israelischen Beschluss, auf dem ehemaligen UNRWA-Gelände in Ostjerusalem einen Verteidigungskomplex zu errichten.

An dieser Stelle verdichtet sich der politische Hintergrund von Hasans Video: Es steht in einem Informationsfeld aus Erstbehauptungen, Dementis, Gegenangriffen und verzögerten Korrekturen.

Teil 2

Die forensische Prüfung: zehn Behauptungen, zehn Belastungspunkte

Hasans Video attackiert die kommunikative Architektur moderner Kriegsführung. Wiederkehrend zeigt sich dasselbe Muster: maximale moralische Behauptung, weltweite mediale Verbreitung, politische Wirkung innerhalb weniger Stunden und deutlich später einsetzende Korrekturen, Widersprüche oder beschädigte Beweisführungen. Dort setzt Hasan an. Sein Video legt die Mechanik staatlicher Kriegsnarrative frei. Die folgenden zehn Punkte zeigen, wie aus Behauptungen politische Realität erzeugt wurde und wie zahlreiche dieser Behauptungen später unter dem Druck zusätzlicher Recherchen, Zeugenaussagen, Medienkorrekturen und internationaler Untersuchungen massive Glaubwürdigkeitsprobleme bekamen.

Zwei Prüfbereiche benötigen besondere Beweisdisziplin: sexualisierte Gewalt am 7. Oktober und Al-Shifa. In beiden Fällen richtet sich Hasans Angriff auf die öffentliche Maximaldarstellung und lässt reale Restbefunde ausdrücklich prüfbar. Bei sexualisierter Gewalt trennt die Prüfung zwischen glaubhaften Hinweisen auf einzelne Gewalttaten, widerlegten oder unbegründeten Einzelgeschichten und einer These ohne öffentlich gesicherte Nachweisbasis: einem formal nachgewiesenen systematischen Massenvergewaltigungsprogramm. Bei Al-Shifa trennt die Prüfung zwischen Hinweisen auf Hamas-Nutzung, Tunnel oder Waffen einerseits und der von Israel suggerierten gigantischen Kommandozentrale andererseits. Diese Trennung macht den Essay belastbar.

1. Hilfslieferungen und angeblicher Hamas-Diebstahl

Hasans erster Punkt trifft einen Kern der israelischen Hilfspolitik. Israelische und amerikanische Regierungsstellen wiederholten lange, Hamas stehle Hilfsgüter in großem Umfang. Reuters berichtete 2025 über eine interne USAID-Analyse, die bei 156 untersuchten Fällen keinen Nachweis für systematischen Diebstahl US-finanzierter Hilfe durch Hamas fand. Haaretz berichtete, hohe israelische Militärbeamte hätten gegenüber der New York Times eingeräumt, keine Beweise für systematischen Hamas-Diebstahl von UN-Hilfe gefunden zu haben. Diese Befundlage entwertet die öffentliche Maximalbehauptung. Es gab Plünderung, Banden, Zusammenbruch von Ordnung, lokale Gewalt. ACLED dokumentierte intra-palästinensische Gewalt und aid looting durch Clans, Gangs und bewaffnete Gruppen. Der politisch entscheidende Satz Israels lautete: Hamas stehle systematisch die Hilfe. Dieser Satz erhielt öffentlich keine belastbare Grundlage.

2. Die Geiseln als Kriegsziel

Hasans zweiter Punkt trifft die Diskrepanz zwischen Regierungsrhetorik und politischer Prioritätensetzung. Israel erklärte die Befreiung der Geiseln zu einem zentralen Kriegsziel; Netanyahu formulierte Ende Oktober 2023 zugleich die Zerstörung militärischer und regierender Hamas-Strukturen als Kriegsziel. Der frühere Sprecher des israelischen Familienforums wurde in der Times of Israel mit der Aussage zitiert, Hamas habe am 9. oder 10. Oktober 2023 angeboten, alle zivilen Geiseln freizulassen, falls die IDF nicht in den Gazastreifen einmarschiere; die Regierung habe abgelehnt. Diese Aussage liegt öffentlich als schweres Indiz vor, ersetzt aber keine vollständige diplomatische Akte. Die politische Wertung bleibt hart: Die Familien der Geiseln warfen Netanyahu und seiner Regierung mehrfach vor, militärische Ziele über die Rückkehr der Geiseln zu stellen; Smotrich erklärte 2025, die Rückkehr der Geiseln sei nicht das wichtigste Ziel.

3. „40 beheaded babies“

Hasans dritter Punkt trägt besonders gut. Die konkrete Geschichte von „40 enthaupteten Babys“ brach in ihrer verbreiteten Form zusammen. Le Monde rekonstruierte die Entstehung des Gerüchts und beschrieb es als Produkt von Chaos, emotionaler Übersteigerung, Rettungsdienst-Aussagen und unklarer israelischer Kommunikation. Das Weiße Haus stellte nach Bidens Aussage klar, der Präsident habe keine Bilder eigenständig gesehen. AP dokumentierte falsche ZAKA-Erzählungen, darunter beheaded-babies-Aussagen ohne überzeugende Belege; Haaretz und andere Medien widerlegten zentrale Elemente. Die dokumentierten Morde des 7. Oktober bleiben als eigene Aktenlage bestehen. Die spezifische Horrorbehauptung von 40 enthaupteten Babys wurde zu einer globalen Kriegspropaganda-Erzählung mit enormer Wirkung.

4. Sexualisierte Gewalt am 7. Oktober

Dieser Block verlangt die genaueste Sprache. Hasan attackiert die Behauptung systematischer Massenvergewaltigung als Kriegswaffe. Die Beweislage trägt drei getrennte Befunde: Erstens gibt es glaubhafte Hinweise auf sexualisierte Gewalt. Die UN-Mission unter Pramila Patten fand „reasonable grounds“ für sexualisierte Gewalt in mehreren Fällen und klare Hinweise auf sexualisierte Gewalt gegen Geiseln. Zweitens zerfielen mehrere spektakuläre Einzelgeschichten: AP dokumentierte zwei falsche oder unbegründete Erzählungen, die weltweite Wirkung hatten. Drittens bleibt die These eines formalen, von Hamas befohlenen Programms sexualisierter Massenvergewaltigung öffentlich nicht gerichtsfest belegt; The Times prüfte 2024 genau diese Frage unter dem Titel, ob die Beweise standhalten. Der forensische Befund lautet: belegte sexualisierte Gewalt, falsche Einzelgeschichten, keine öffentlich gesicherte Befehlsarchitektur für die Maximaldarstellung. Hasan trifft die Propagandaebene. Seine knappste Formulierung kann beim Zuschauer den Eindruck einer Totalwiderlegung aller sexualisierten Gewalt erzeugen. Dieser Eindruck wäre zu weit.

5. Al-Shifa

Israel präsentierte Al-Shifa als zentrales Hamas-Kommando- und Kontrollzentrum. Die veröffentlichte PR-Grafik suggerierte eine gigantische unterirdische Struktur. Die später gezeigte Beweislage blieb hinter dieser Darstellung zurück. Der Guardian schrieb bereits im November 2023, die IDF-Belege lägen weit unter der Behauptung eines Hamas-Hauptquartiers. AP berichtete im Januar 2024 über US-Geheimdienstannahmen, militante Gruppen hätten Al-Shifa genutzt, Waffen gelagert und in begrenztem Umfang Kommandostrukturen dort gehabt; zugleich blieben diese Angaben unterhalb der gesamten israelischen Maximalbehauptung. Der präzise Befund: Hinweise auf Hamas-Nutzung, Tunnel und Waffen; keine öffentliche Beweisführung für das zuvor suggerierte gigantische Kommandozentrum. Hasans Satz „no evidence whatsoever“ verlangt Nachschärfung. Der strengere Befund lautet: Für die beworbene Riesenstruktur fehlt eine belastbare öffentliche Evidenz.

6. Rantisi und der Kalender

Dieser Fall ist ein dokumentierter PR-Zusammenbruch. Daniel Hagari präsentierte im Rantisi-Krankenhaus einen angeblichen Dienstplan von Hamas-Wachen. Arabischkundige Beobachter erkannten schnell: Das Papier zeigte die Wochentage auf Arabisch, keinen Namensplan. Soch Fact Check bestätigte, dass der angebliche Wachplan ein Kalender mit Wochentagen war. Times of Israel berichtete damals über die IDF-Präsentation und die behaupteten Belege. Die operative Schlussfolgerung ist klar: Ein Militärsprecher stellte vor laufender Kamera ein Schriftstück falsch dar und verkaufte es als Beweis. Für Hasans These ist dieser Fall besonders stark. Die Irreführung ist unmittelbar lesbar.

7. UNRWA als Hamas-Front

Israel griff UNRWA mit maximaler Wucht an. Die Folgen waren sofort: Finanzierungsstopps, politische Kampagnen, Delegitimierung der wichtigsten Hilfsstruktur für palästinensische Flüchtlinge. Die Colonna-Überprüfung fand 2024 keine von Israel vorgelegten Beweise für die breiten Vorwürfe gegen hunderte Mitarbeiter. Reuters berichtete, Israel habe für die Anschuldigungen gegen hunderte UNRWA-Mitarbeiter keine Beweise geliefert. Gleichzeitig ergab die spätere UN-Untersuchung, dass neun UNRWA-Mitarbeiter möglicherweise am 7. Oktober beteiligt waren; diese wurden entlassen. Der forensische Befund: Einzelverdachtsfälle real; institutionelle Front-Erzählung öffentlich nicht bewiesen; politische Wirkung der Kampagne enorm. Hasan trifft den Kern der Delegitimierungsstrategie.

8. Die Todeszahlen aus Gaza

Hasan liegt bei den Todeszahlen stark. Die Behauptung, die Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza seien generell wertlos, brach unter wissenschaftlicher Prüfung ein. The Lancet veröffentlichte Studien und Analysen, die nahelegen, dass die offiziellen Zahlen eher unterzählen als übertreiben. AP analysierte die Namens-, Alters- und ID-Daten der Gesundheitsbehörde. Reuters berichtete im Januar 2026, israelische Medien hätten unter Berufung auf hohe Militärbeamte gemeldet, die IDF akzeptiere eine Größenordnung von rund 70.000 getöteten Palästinensern, nahe an den Gaza-Angaben. Die Zahlen unterscheiden Kombattanten und Zivilisten unzureichend; diese Einschränkung entkräftet den Gesamtbefund nicht. Der Befund bleibt: Die pauschale Abwertung der Gaza-Todeszahlen war politisch nützlich und empirisch schwach.

9. Dementierte Massaker und getötete Helfer

Die israelische Erstkommunikation zu tödlichen Vorfällen verlor wiederholt Glaubwürdigkeit. Beim Angriff auf 15 palästinensische Sanitäter und Helfer im März 2025 widersprach Video die anfängliche Darstellung, die Fahrzeuge seien unmarkiert oder ohne Lichter unterwegs gewesen. Reuters berichtete über die israelische Erklärung eines „Bedrohungsgefühls“ und zugleich über Video, das markierte, beleuchtete Fahrzeuge zeigte. AP berichtete, Israel habe seine Darstellung nach Auftauchen des Videos geändert. Beim sogenannten Flour Massacre vom 29. Februar 2024 erklärte Israel einen Massenandrang und Bedrohung; CNN und andere Auswertungen stellten Israels Zeitlinie und Version durch Video- und Zeugenauswertung in Frage. UN-Experten verurteilten den Vorfall als „flour massacre“ und beschrieben, israelische Truppen hätten auf Menschen geschossen, die Mehl holen wollten. Hasans Angriff auf die Dementi-Kultur ist durch diese Fälle gut gestützt.

10. Menschliche Schutzschilde

Israel wirft Hamas seit Jahren den Gebrauch menschlicher Schutzschilde vor. Hamas operiert in dicht besiedeltem Gebiet, baut Tunnel, nutzt zivile Räume und gefährdet Zivilisten durch militärische Einbettung. NATO StratCom beschrieb bereits 2019 Hamas’ strategische Nutzung menschlicher Schutzschilde; Human Rights Watch dokumentierte zugleich Hamas-geführte Kriegsverbrechen am 7. Oktober. Dieser Befund belastet Hamas. Associated Press berichtete 2025 zugleich unter Berufung auf Palästinenser und israelische Soldaten, israelische Truppen hätten Palästinenser systematisch gezwungen, als menschliche Schutzschilde in Gaza Gebäude und Tunnel zu betreten. Reuters bestätigte 2024 ein Video, auf dem israelische Kräfte einen verwundeten Palästinenser an die Motorhaube eines Militärjeeps banden; das israelische Militär räumte einen Verstoß gegen Protokoll ein. B’Tselem dokumentiert seit Jahren israelische Human-Shield-Praktiken. Hasans Punkt trägt: Israel benutzt den Vorwurf gegen Hamas als moralischen Schild, während dokumentierte israelische Fälle denselben Kernvorwurf gegen die IDF richten.

Das Ergebnis

Mehdi Hasan griff im August 2025 genau jene Narrative an, auf denen die internationale moralische Rechtfertigung des Gaza-Krieges beruhte. Zahlreiche dieser Narrative verloren in den folgenden Monaten erheblich an Glaubwürdigkeit oder wurden durch spätere Recherchen, Medienkorrekturen, Zeugenaussagen und internationale Untersuchungen schwer beschädigt. Besonders dort, wo maximale moralische Gewissheit beansprucht wurde – bei den enthaupteten Babys, den Hilfslieferungen, den Krankenhausdarstellungen, den Dementis ziviler Tötungen oder den Angriffen auf Hilfsorganisationen –, entstanden später ausgerechnet jene Widersprüche, die Hasan bereits früh öffentlich herausarbeitete.

Zwei Punkte verlangen besondere Beweisdisziplin: sexualisierte Gewalt und Al-Shifa. Bei sexualisierter Gewalt trägt Hasans Kritik an aufgeblasenen, falschen und politisch verwerteten Einzelgeschichten; der Bestand glaubhafter Hinweise auf sexualisierte Gewalt bleibt ausdrücklich in der Akte. Bei Al-Shifa trägt Hasans Kritik an der gigantischen Kommandozentrum-Erzählung; Hinweise auf begrenzte Hamas-Nutzung, Tunnel und Waffen bleiben ebenfalls in der Akte. Diese Trennung schärft Hasans Beitrag. Sie trennt Angriff auf Kriegspropaganda von der Prüfung realer Restbefunde.

Der eigentliche Rang des Videos liegt in seiner Gegenzeitlichkeit. Staaten gewinnen Informationskriege oft in den ersten Stunden. Dort, wo Bilder frisch, Emotionen maximal und Beweise dünn sind, entsteht die politische Realität. Spätere Korrekturen werden in Randspalten verbannt. Hasan attackiert diesen Moment. Er zwingt die Macht zurück an den Punkt, an dem die ursprüngliche Behauptung ihre politische Arbeit verrichtete.

In Gaza kollidieren inzwischen Israel, Hamas und ein weltweites Feld konkurrierender Beweisquellen: offizielle Kriegsnarrative, Ärzte, Helfer, Kinderhilfswerke, UN-Statistiker, Rettungskräfte, Gerichtsakten, Satellitenbilder, Handyvideos und Massengräber. Die Mehrheit der großen Hilfsorganisationen vor Ort spricht inzwischen deutlich israelkritisch, weil ihre dokumentierte Lagebeschreibung zentrale israelische Rechtfertigungsnarrative frontal belastet: Hunger, Vertreibung, zerschlagene Kliniken, blockierte Hilfe, tote Helfer, tote Kinder, zerstörte Städte. Diese Kritik folgt der humanitären Beweisaufnahme.

Hasans Interviewtechnik, seine Geschwindigkeit und seine Härte passen zu diesem Gegenstand. Bei dokumentierten Vorwürfen schwerster Völkerrechtsverbrechen wird höfliche Normalinterview-Routine zur falschen Methode, sobald sie einen staatlichen Kriegsakteur wie einen gewöhnlichen Gesprächspartner behandelt. Macht muss dort sprechen, wo die Belege liegen. Hasan zwingt sie an diesen Punkt.

Quellenapparat und Beweisgewicht: Das Quellenverzeichnis folgt einer Beweisordnung. Die tragenden Beweise stammen aus Primärquellen, internationalen Institutionen, großen Nachrichtenagenturen, Fachzeitschriften und dokumentierenden Organisationen: UN, ICJ, ICC, WHO, The Lancet, Reuters, AP, Human Rights Watch, Amnesty International und offizielle Untersuchungsberichte. Eine zweite Ebene bilden israelische und jüdische Innenquellen wie B’Tselem, Breaking the Silence, Haaretz, Yesh Din, Gisha und Physicians for Human Rights Israel. Sie dokumentieren Kritik aus der israelischen und jüdischen Zivilgesellschaft selbst. Eine dritte Ebene bilden medienkritische und essayistische Zusatzquellen wie Jewish Currents, +972, Mondoweiss, The Intercept, Declassified UK oder The Guardian. Sie ergänzen die Beweisführung und die Analyse der öffentlichen Deutungs- und Medienmechanismen.

Quellenverzeichnis

1. Zeteo – Debunked! Israel’s Top 10 Lies on Gaza

https://zeteo.com/p/debunked-israels-top-10-lies-on-gaza

2. Zeteo – About

https://zeteo.com/about

3. Al Jazeera – Head to Head with Mehdi Hasan

https://www.aljazeera.com/video/head-to-head/

4. AP – Mehdi Hasan quits MSNBC after show cancellation

https://apnews.com/article/823b6b16d7ab5057cccaf625e0a76ac6

5. Britannica – Seymour Hersh Biography

https://www.britannica.com/biography/Seymour-Hersh

6. Reuters – Poitras film at Venice spotlights Seymour Hersh’s battles with US power

https://www.reuters.com/business/media-telecom/poitras-film-venice-spotlights-seymour-hershs-battles-with-us-power-2025-08-29/

7. Human Rights Watch – October 7 Crimes Against Humanity, War Crimes by Hamas-led groups

https://www.hrw.org/news/2024/07/17/october-7-crimes-against-humanity-war-crimes-hamas-led-groups

8. International Court of Justice – South Africa v. Israel case page

https://www.icj-cij.org/case/192

9. International Criminal Court – Arrest warrants for Netanyahu and Gallant

https://www.icc-cpi.int/news/situation-state-palestine-icc-pre-trial-chamber-i-rejects-state-israels-challenges

10. Amnesty International – Israel is committing genocide in Gaza

11. MSF – Gaza Israel War

https://www.msf.org/gaza-israel-war

12. Reuters – USAID analysis found no evidence of massive Hamas theft of Gaza aid

https://www.reuters.com/world/middle-east/usaid-analysis-found-no-evidence-massive-hamas-theft-gaza-aid-2025-07-25/

13. Haaretz – IDF officials say no evidence Hamas systematically stole UN aid in Gaza

https://www.haaretz.com/israel-news/2025-07-26/ty-article/idf-officials-say-no-evidence-hamas-systematically-stole-un-aid-in-gaza-nyt-reports/00000198-46ed-db91-a1df-efef44060000

14. ACLED – Gaza after two years

https://acleddata.com/report/gaza-after-two-years-israel-expands-control-and-sows-chaos-hamas-adapts-survive

15. Times of Israel – Former hostage families spokesman says Netanyahu prevented deal

https://www.timesofisrael.com/no-doubt-netanyahu-preventing-hostage-deal-charges-ex-spokesman-of-families-forum/

16. Times of Israel – Smotrich says returning hostages not most important

https://www.timesofisrael.com/smotrich-says-returning-hostages-not-the-most-important-thing-sparking-fierce-backlash/

17. Reuters – Netanyahu says Israel won’t pay any price for release of hostages

https://www.reuters.com/world/middle-east/netanyahu-says-israel-wont-pay-any-price-release-gaza-hostages-2024-02-20/

18. Le Monde – 40 beheaded babies: itinerary of a rumor

https://www.lemonde.fr/en/les-decodeurs/article/2024/04/03/40-beheaded-babies-the-itinerary-of-a-rumor-at-the-heart-of-the-information-battle-between-israel-and-hamas_6667274_8.html

19. Anadolu Agency – White House clarifies Biden claim on beheaded children

https://www.aa.com.tr/en/middle-east/white-house-clarifies-biden-s-claims-on-confirmed-pictures-of-hamas-beheading-children-/3016397

20. AP – Debunked accounts of sexual violence on Oct. 7

https://apnews.com/article/ca7905bf9520b1e646f86d72cdf03244

21. UN – Pramila Patten mission report on conflict-related sexual violence

https://www.un.org/sexualviolenceinconflict/wp-content/uploads/2024/03/report/mission-report-official-visit-of-the-office-of-the-srsg-svc-to-israel-and-the-occupied-west-bank-29-january-14-february-2024/20240304-Israel-oWB-CRSV-report.pdf

22. UNISPAL – UN Commission of Inquiry report A/HRC/56/26

https://www.un.org/unispal/document/coi-report-a-hrc-56-26-27may24/

23. The Times – Israel says Hamas weaponised rape. Does the evidence add up?

https://www.thetimes.com/magazines/the-times-magazine/article/israel-hamas-rape-investigation-evidence-october-7-6kzphszsj

24. Human Rights Watch – I Can’t Erase All the Blood from My Mind

https://www.hrw.org/report/2024/07/17/i-cant-erase-all-the-blood-from-my-mind/palestinian-armed-groups-october-7

25. The Guardian – IDF evidence falls short of Al-Shifa being Hamas HQ

https://www.theguardian.com/world/2023/nov/17/idf-evidence-so-far-falls-well-short-of-al-shifa-hospital-being-hamas-hq

26. AP – US intelligence on militant use of Al-Shifa

https://apnews.com/article/d0f782682a7a06ed5a3749ed92c4f821

27. Times of Israel – IDF claims Hamas command center under Rantisi

https://www.timesofisrael.com/idf-hamas-operated-command-center-likely-held-hostages-under-gaza-kids-hospital/

28. Soch Fact Check – Calendar from Al-Rantisi Hospital shared as hostage guardian list

29. Reuters – Israel yet to provide evidence for UNRWA terror-link claims

https://www.reuters.com/world/middle-east/review-says-unrwa-has-robust-neutrality-steps-issues-persist-2024-04-22/

30. UNRWA Independent Review – Colonna Report

https://www.un.org/unispal/wp-content/uploads/2024/04/unrwa_independent_review_on_neutrality.pdf

31. Reuters – Nine UNRWA staff may have been involved in Oct. 7 attack

https://www.reuters.com/world/middle-east/nine-unrwa-staff-may-have-been-involved-oct-7-attack-israel-says-un-2024-08-05/

32. The Lancet – Counting the dead in Gaza: difficult but essential

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-67362401169-3/fulltext

33. The Lancet – Traumatic injury mortality in the Gaza Strip

https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736%2824%2902678-3/fulltext

34. AP – How AP analyzed Gaza Health Ministry death toll data

https://apnews.com/article/israel-hamas-war-gaza-deaths-women-children-360c6aabc03421c718d4a8452cec2c67

35. Reuters – Israel military reported to accept death toll around 70,000

https://www.reuters.com/world/middle-east/israel-military-reported-accept-death-toll-around-70000-gaza-2026-01-30/

36. Reuters – Israeli military says killing of 15 aid workers caused by sense of threat

https://www.reuters.com/world/middle-east/israeli-military-says-killing-15-aid-workers-gaza-caused-sense-threat-2025-04-07/

37. AP – Israel walks back account of killing 15 medics after video contradicts it

https://apnews.com/article/069ae07c011250d8a5cef7bdfc26f9df

38. OHCHR – UN experts condemn flour massacre

https://www.ohchr.org/en/press-releases/2024/03/un-experts-condemn-flour-massacre-urge-israel-end-campaign-starvation-gaza

39. AP – Israeli use of human shields in Gaza was systematic

https://apnews.com/article/israel-palestinians-hamas-war-army-human-shields-80f358dd2c87a1123f26ffada159701c

40. Reuters – Israeli forces strap wounded Palestinian to jeep

https://www.reuters.com/world/middle-east/israeli-forces-strap-wounded-palestinian-jeep-during-raid-2024-06-22/

41. B’Tselem – Human Shields

https://www.btselem.org/human_shields

42. NATO StratCom – Hamas’ use of human shields in Gaza

https://stratcomcoe.org/publications/hybrid-threats-hamas-use-of-human-shields-in-gaza/87

43. UNICEF – Two years of hellish war have devastated Gaza’s children

https://www.unicef.org/press-releases/two-years-hellish-war-have-devastated-gazas-children

44. WHO – Famine confirmed for first time in Gaza

https://www.who.int/news/item/22-08-2025-famine-confirmed-for-first-time-in-gaza

45. WHO – Health system at breaking point in Gaza

https://www.who.int/news/item/22-05-2025-health-system-at-breaking-point-as-hostilities-further-intensify–who-warns

46. ICRC – Humanitarian response on verge of collapse

https://www.icrc.org/en/news-release/israel-and-occupied-territories-after-two-months-aid-blockage-humanitarian-response-verge-collapse

47. NRC – Israel threatens to ban major aid organisations as starvation deepens

https://www.nrc.no/news/2025/august/gaza-israel-threatens-to-ban-major-aid-organizations-as-starvation-deepens

48. CARE – Famine in Gaza: what you need to know now

49. Caritas Internationalis – Gaza: history will not forgive this barbarism and complicity

https://www.caritas.org/gaza/emergency/gaza-history-will-not-forgive-this-barbarism-and-complicity/

50. AP – Israel to halt operations of several humanitarian organizations in Gaza starting in 2026

https://apnews.com/article/286106d7a5a911704cdcf1c93248e502

51. The Daily Beast – Mehdi Hasan Loses It in Swearing Rage on Piers Morgan Show

https://www.thedailybeast.com/mehdi-hasan-loses-it-in-swearing-rage-on-piers-morgan-show-oh-f-off/

52. i24NEWS – Surveying the atrocities committed by Hamas in Kfar Aza

https://www.i24news.tv/en/news/israel-at-war/1696938010-it-smells-of-death-here-surveying-the-scenes-of-atrocities-in-kfar-aza

53. Israel National News – 40 babies murdered, some decapitated, by Hamas terrorists in Kfar Aza

https://www.israelnationalnews.com/news/378262

54. Jüdische Allgemeine – Berichte von enthaupteten Babys schockieren die Welt

https://www.juedische-allgemeine.de/israel/terror-gegen-israel-berichte-von-enthaupteten-babys-schockieren-die-welt/

55. Merkur – Israel-Reporterin erzählt vom Horror in Gaza und kann Tränen kaum zurückhalten

https://www.merkur.de/politik/israel-krieg-kfar-azza-gekoepfte-babys-tote-gazastreifen-hamas-terrormiliz-92570378.html

56. n-tv – Das wissen wir über die „enthaupteten Babys“

https://www.n-tv.de/politik/Das-wissen-wir-ueber-die-enthaupteten-Babys-article24460979.html

57. Tagesspiegel – Hamas-Massaker im Kibbuz Kfar Aza: Fotos sollen verstümmelte Babys zeigen

https://www.tagesspiegel.de/internationales/berichte-uber-hamas-massaker-soldaten-finden-zahlreiche-tote-babys-und-kleinkinder-in-zuruckerobertem-dorf-10605430.html

58. WELT / dpa – Bislang keine Klarheit über angeblich 40 getötete Babys

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/politik_ausland_nt/article247955522/Bislang-keine-Klarheit-ueber-angeblich-40-getoetete-Babys.html

59. taz – Krieg in Nahost: Die Kinder vom 7. Oktober

https://taz.de/Krieg-in-Nahost/!6011775/

60. PolitiFact – How politicians, media outlets amplified uncorroborated report of beheaded babies

https://www.politifact.com/archive-beheaded-babies-israel-hamas/

61. PolitiFact – Israel-Hamas war: What we know about „beheaded babies“

https://www.politifact.com/article/2023/nov/21/israel-hamas-war-what-we-know-about-beheaded-babie/

62. Declassified UK – „Beheaded babies“: How UK media reported Israel’s fake news as fact

63. The Intercept – „Beheaded Babies“ Report Spread Wide and Fast — but Israel Military Won’t Confirm It

64. Anadolu Agency – CNN reporter apologizes for defending Israeli claims that Hamas beheaded babies

https://www.aa.com.tr/en/worl d/cnn-reporter-apologizes-for-defending-israeli-claims-that-hamas-beheaded-babies-/3019286

65. Semafor – Journal still can’t confirm January story about UN agency for Palestinians

https://www.semafor.com/article/08/04/2024/journal-still-cant-confirm-january-story-about-un-agency-for-palestinians

66. Semafor – Israel has provided no evidence of UNRWA’s alleged Hamas links: report

https://www.semafor.com/article/04/22/2024/israel-has-provided-no-evidence-of-unrwas-alleged-hamas-links-report

67. Wall Street Journal – Intelligence Reveals Details of U.N. Agency Staff’s Links to Oct. 7 Attack

https://www.wsj.com/world/middle-east/at-least-12-u-n-agency-employees-involved-in-oct-7-attacks-intelligence-reports-say-a7de8f36

68. Washington Post – Israeli document alleges U.N. workers took part in Oct. 7 attack

https://www.washingtonpost.com/world/2024/01/29/israel-un-gaza-hamas-oct-7/

69. Times of Israel – Report: Israel believes 10 percent of UNRWA employees belong to terror groups

https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/report-israel-believes-10-percent-of-unrwa-employees-belong-to-terror-groups/

70. The Guardian – CNN staff say network’s pro-Israel slant amounts to „journalistic malpractice“

https://www.theguardian.com/media/2024/feb/04/cnn-staff-pro-israel-bias

71. TRT World – Mehdi Hasan: Why another Trump presidency will make the Middle East even worse

https://trtworld.com/video/18225630

72. Al Jazeera – History, genocide and Israel’s war on Gaza: Mehdi Hasan and Benny Morris

https://www.aljazeera.com/video/head-to-head/2024/8/2/history-genocide-and-israels-war-on-gaza-mehdi-hasan-and-benny-morris

73. Zeteo / YouTube – Israel’s Top 10 Lies About Its Genocide — DEBUNKED

74. BBC News – Biden comments on beheaded babies clarified by White House

https://www.bbc.com/news/world-us-canada-67083432

75. BBC News – What we know about claims of beheaded babies in Israel

https://www.bbc.com/news/world-middle-east-67082047

76. BBC News – Gaza hospital claims and counterclaims explained

https://www.bbc.com/news/world-middle-east-67414091

77. BBC News – UNRWA allegations against staff explained

https://www.bbc.com/news/world-middle-east-68104203

78. CNN – Israel-Hamas war fact check: what we know

https://edition.cnn.com/2023/10/12/middleeast/israel-hamas-beheaded-babies-intl/index.html

79. CNN – Investigation into Gaza aid convoy killings

https://edition.cnn.com/2024/03/01/middleeast/gaza-aid-convoy-deaths-analysis-intl/index.html

80. CNN – Video contradicts Israeli account of Gaza medic killings

Discover

Sponsor

spot_imgspot_img

Latest

Friedenslösung für die Ukraine

      Niemeyer (links), Gorbatschow 1991            Niemeyer & Sergej Lawrow 2017 Der russische Außenminister Sergej Lawrow macht die USA...

Kurzfassung Wohlstandsverblödung

Lesezeit: ca. 5 Minuten   Es gibt einen Satz, der den ganzen Mechanismus aufschließt: „Wenn du jemanden über den Tisch ziehst, achte darauf, dass er die Reibungswärme,...

Krebs: Jeder Zweite betroffen – warum mich das nicht mehr loslässt

  Warum ich diesen Bericht schreibe – und welche Fragen offen bleiben Ein persönlicher Bericht für Ostsachsen TV – von David Vandeven Ich arbeite seit einigen Jahren...

Lagerung von Natureis auf Vorrat – Bewirtschaftung von Eiskellern in Bautzen“

Museologe Hagen Schulz gibt am 29. November 2022, um 19 Uhr im Museum Bautzen Einblick in den Betrieb von sog. Eiskellern. Anhand von Grafiken,...

Das Team von Ostsachsen Tv wünscht Ihnen Frohe Weihnachten

https://youtu.be/JZVIGWK0BvI