m Zuge der Kabinettausstellung „Spurensuche. Jüdische Geschichte in der Oberlausitz“ im Museum Bautzen findet am Sonntag, den 25. September 2022, um 15.00 Uhr eine Führung über den jüdischen Friedhof an der Muskauer Straße 67 statt. Unter dem Titel „Haus der Ewigkeit – Jüdischer Friedhof an der Muskauer Straße“, führt Diplom-Museologe Hagen Schulz in die Geschichte des 1906 angelegten Friedhofes ein und berichtet über die Schicksale der Menschen, die dort ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Insgesamt befinden sich auf dem jüdischen Friedhof ein Gräberfeld mit 23 Einzel- und Doppelgrabmalen von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde und russischen Kriegsgefangenen sowie ein Massengrab von 202 Opfern des Faschismus deutscher, polnischer und tschechoslowakischer Nation. Das ursprünglich von der Israelitischen Religionsgemeinschaft erworbene Grundstück wechselte 1944 in den Besitz der Stadt Bautzen. Die durch Verwahrlosung und Verwüstungen zur Zeit des 2. Weltkrieges entstandenen Schäden wurden 1946 behoben und der Friedhof wurde 1948 an die jüdische Gemeinde in Dresden übereignet. Mit Alexander Rosenzweig wurde hier 1955 der letzte Bürger jüdischen Glaubens bestattet. Bis 1989 wurde der Gottesacker alljährlich im September in die Feiern zum „Internationalen Gedenktag für die Opfer des faschistischen Terrors“ einbezogen. Die Tradition des mahnenden Erinnerns hat bis heute Bestand. Ökumenisch denkende Bautzener treffen sich seit 1990 einmal im Jahr auf dem Friedhof zu einer Andacht „Gegen das Vergessen“ mit „Kaddisch-Gebet“ zum Totengedächtnis.

Der Treffpunkt zur Führung ist am Friedhofstor, Muskauer Straße 67 in Bautzen. Alle bei der Führung auf dem Friedhof anwesenden Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen.

Die Führung ist kostenlos.

Weitere Informationen unter www.museum-bautzen.de/veranstaltungen

Stadtverwaltung

 

 

 

 

Abbildung:

Jüdischer Friedhof an der Muskauer Straße. Bautzen, 2022. Foto: Hagen Schulz. © Museum Bautzen