„Die Darstellung der Slawen in den Urgeschichtsmuseen der DDR“ – Vortrag im Museum Bautzen

Dr. Arne Lindemann, wissenschaftlicher Referent beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V., erklärt in seinem Vortrag im Museum Bautzen am Mittwoch, dem 5. Oktober 2022, um 18.00 Uhr, wie und unter welchen Bedingungen sich das Bild der Slawen in den Urgeschichtsmuseen der DDR wandelte.

Die slawische Besiedlung Ostdeutschlands im Frühmittelalter wurde in der NS-Zeit als dunkle Epoche beschrieben, als unbedeutender Zwischenakt in der durchgängigen germanischen Besiedlungsgeschichte. Nach 1945 mussten die Museen in ihren Ausstellungen eine Wende um 180 Grad vollziehen. Mit dem Gebot des Antifaschismus und dem demonstrativen Schulterschluss der DDR mit den osteuropäischen slawischen Staaten im Kalten Krieg war die germanenverherrlichende, antislawische Erzählung politisch nicht mehr opportun.

Arne Lindemann studierte Ur- und Frühgeschichte und Alte Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr 2020 promovierte er an der TU Berlin bei Prof. Bénédicte Savoy im Fachgebiet Kunstgeschichte der Moderne zum Thema „Vom Germanenerbe zum Urkommunismus. Urgeschichtsbilder in Museen der SBZ und DDR“. Seit 2008 ist er Referent beim Museumsverband des Landes Brandenburg e.V.

Der Vortrag ist eine gemeinsame Veranstaltung des Sorbischen Instituts und des Museums Bautzen.

Weitere Informationen unter www.museum-bautzen.de/veranstaltungen/vortraege

Stadtverwaltung

Abbildung:

Teilnehmer einer Jugendstunde bestaunen Germanen-Figuren im Museum für Deutsche Geschichte in den 1950er Jahren © Fotosammlung des Museums Falkensee

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