UNO-Resterampe

Die UNO – ein alter Apparat im Dienst der alten Herren

80 Jahre nach ihrer Gründung steht die UNO da wie ein überteuertes Gerät mit eingebautem Verfallsdatum. Nicht kaputt – aber politisch entkernt. Wer sich die anschaut, liest viel von „Frieden“, „Souveränität“ und „Gleichheit der Nationen“. Klingt gut. Auf dem Papier ist der Imperialismus immer ein Humanist.

In der Realität sieht das anders aus.

Die UNO ist kein neutrales Spielfeld. Sie ist ein Kräfteverhältnis. Und dieses Kräfteverhältnis wird bestimmt durch die ökonomische Macht der imperialistischen Zentren – allen voran der USA. Wer die Weltmärkte kontrolliert, kontrolliert auch die „internationale Ordnung“. So einfach ist das. Nehmen wir den Sicherheitsrat. Dort sitzen die alten Siegermächte des Zweiten Weltkriegs wie Aktionäre in einem Aufsichtsrat. Mit Vetorecht. Mit Sonderstatus. Mit der Macht, jede unliebsame Entscheidung zu blockieren. Was hier als „Stabilität“ verkauft wird, ist in Wahrheit die institutionalisierte Ungleichheit. Und dann wundern sich manche, warum die UNO regelmäßig versagt. Wenn ein Land des Globalen Südens angegriffen wird, wenn Sanktionen ganze Volkswirtschaften strangulieren, wenn Bomben auf zivile Infrastruktur fallen – dann passiert oft: nichts. Oder schlimmer: Die Opfer werden verurteilt, während die Täter diplomatisch geschniegelt davonkommen.

Das ist kein Zufall. Das ist System.

Der Imperialismus braucht solche Institutionen. Nicht, um Konflikte zu lösen, sondern um sie zu verwalten. Um ihnen einen legalen Anstrich zu geben. Um Raub als „Ordnungspolitik“ zu verkaufen. Wer glaubt, die UNO sei ein Gegenpol zur Machtpolitik, hat den Kapitalismus nicht verstanden. Denn Staaten handeln nicht moralisch. Sie handeln ökonomisch. Die USA und ihre Verbündeten nutzen die UNO, wenn sie ihnen nützt – und ignorieren sie, wenn sie stört. Das zeigt sich besonders deutlich bei Sanktionen gegen Länder wie Kuba. Seit Jahrzehnten verurteilt die Generalversammlung diese Blockade mit überwältigender Mehrheit. Und? Nichts passiert. Papier ist geduldig, aber der Weltmarkt ist es nicht. Oder nehmen wir militärische Interventionen. Ob Irak, Libyen oder Afghanistan – entweder wird die UNO instrumentalisiert oder schlicht umgangen. Das Ergebnis bleibt gleich: zerstörte Länder, neue Abhängigkeiten, offene Märkte für westliches Kapital. Das ist der Kern der Sache: Die UNO spiegelt die Weltordnung, sie verändert sie nicht.

Und diese Weltordnung ist imperialistisch.

Wer also von „Reform“ spricht, ohne die ökonomischen Grundlagen anzutasten, redet im Kreis. Solange die großen Monopole und ihre Staaten die Welt dominieren, wird auch jede internationale Organisation in ihrem Sinne funktionieren. Die UNO ist nicht einfach „kaputt“. Sie ist das, wofür sie gebaut wurde. Eine Bühne, auf der die Mächtigen Recht sprechen – über eine Welt, die ihnen nicht gehört. Die eigentliche Frage ist also nicht, wie man die UNO reformiert.

Die Frage ist: Wer hat die Macht, die Welt zu verändern? Und da wird es unbequem. Denn diese Macht liegt nicht in New York in klimatisierten Sitzungssälen. Sie liegt dort, wo produziert wird. In den Händen der Arbeiterklasse – weltweit. Alles andere ist diplomatische Kulisse.

Beitragsbild KI generiert

via Oskar Lehmann

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