Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Bürgerinnen und Bürger,

geht ein Jahr zur Neige, wirft man gern den Blick zurück auf die vergangenen 365 Tage. In meiner Funktion als Oberbürgermeister möchte ich das auch tun, beschränke mich aber auf das letzte viertel Jahr. Denn erst am 22. August tauschte ich mein Schulleiterbüro gegen das Dienstzimmer im Bautzener Rathaus. Schon lange vorher war mir klar, dass es mit unterschiedlichen Akteuren einen sehr hohen Gesprächsbedarf geben wird. Wenn wir die Stadt Bautzen weiter entwickeln wollen, müssen wir miteinander reden! Damit gemeint ist ein breiter Bürgerdialog auf der einen Seite, um die „Probleme auf der Straße“ kennenzulernen und entsprechend reagieren zu können. Auf der anderen Seite ist der Dialog mit dem Stadtrat immens wichtig. Ich möchte die Kommunikation verbessern, Transparenz erzeugen und um Verständnis werben – auf allen Seiten.

Vor wenigen Wochen hatte ich über meine ersten 100 Tage im Amt resümiert. Es war eine sehr intensive Zeit. Ich war selbst erstaunt, wie viele Themen, Termine und Gesprächspartner mit in den ersten reichlich drei Monaten begegnet sind. Nicht jedes Problem konnte umgehend gelöst werden aber zumindest wurde ein Weg definiert, einigten sich die Beteiligten auf Verantwortlichkeiten. Zu meinem Vorgehen gab es Zuspruch aber auch Kritik. Das ist und bleibt Teil eines solchen Amtes. Möchte man Dinge verändern, muss man miteinander reden. Eingefleischte Verschwörungstheoretiker lassen sich zwar nicht mehr erreichen. Die Ängste der Menschen müssen wir aber unverändert ernst nehmen!

Für eben diese Ängste bot das Jahr 2022 leider sehr viel Stoff. Ein Virus hatte uns bis kurz vor Ostern vieler sozialer Kontakte beraubt. Weltweit waren da längst Lieferketten aus dem Gleichgewicht geraten und nur wenige Kilometer von uns brach ein Krieg aus. Es folgte eine Destabilisierung des Energiemarktes, die Preise schossen in die Höhe und die zunehmende Inflation frisst seitdem Teile unserer Gehälter und des Ersparten auf. Unter vielen Weihnachtsbäumen liegen deshalb in diesem Jahr weniger Geschenke. Aber auch darin sehe ich eine Chance: lassen Sie uns wieder mehr Besinnlichkeit finden. Weniger Einkaufsstress in der Adventszeit, mehr Zeit für Familie und Freunde. Ich bin überzeugt, dass man auf diese Weise Halt finden kann in einer Gesellschaft, die sich in einem rasanten Umbruch befindet.

Das wünsche ich Ihnen und mir für das Weihnachtsfest 2022. Genießen Sie Beständigkeit, Nähe und Familie. Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut in das Jahr 2023!

Ihr Karsten Vogt

Oberbürgermeister

Foto: Holger Hinz