Weihnachtsansprache von OB Karsten Vogt aus Bautzen

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Bürgerinnen und Bürger,

geht ein Jahr zur Neige, wirft man gern den Blick zurück auf die vergangenen 365 Tage. In meiner Funktion als Oberbürgermeister möchte ich das auch tun, beschränke mich aber auf das letzte viertel Jahr. Denn erst am 22. August tauschte ich mein Schulleiterbüro gegen das Dienstzimmer im Bautzener Rathaus. Schon lange vorher war mir klar, dass es mit unterschiedlichen Akteuren einen sehr hohen Gesprächsbedarf geben wird. Wenn wir die Stadt Bautzen weiter entwickeln wollen, müssen wir miteinander reden! Damit gemeint ist ein breiter Bürgerdialog auf der einen Seite, um die „Probleme auf der Straße“ kennenzulernen und entsprechend reagieren zu können. Auf der anderen Seite ist der Dialog mit dem Stadtrat immens wichtig. Ich möchte die Kommunikation verbessern, Transparenz erzeugen und um Verständnis werben – auf allen Seiten.

Vor wenigen Wochen hatte ich über meine ersten 100 Tage im Amt resümiert. Es war eine sehr intensive Zeit. Ich war selbst erstaunt, wie viele Themen, Termine und Gesprächspartner mit in den ersten reichlich drei Monaten begegnet sind. Nicht jedes Problem konnte umgehend gelöst werden aber zumindest wurde ein Weg definiert, einigten sich die Beteiligten auf Verantwortlichkeiten. Zu meinem Vorgehen gab es Zuspruch aber auch Kritik. Das ist und bleibt Teil eines solchen Amtes. Möchte man Dinge verändern, muss man miteinander reden. Eingefleischte Verschwörungstheoretiker lassen sich zwar nicht mehr erreichen. Die Ängste der Menschen müssen wir aber unverändert ernst nehmen!

Für eben diese Ängste bot das Jahr 2022 leider sehr viel Stoff. Ein Virus hatte uns bis kurz vor Ostern vieler sozialer Kontakte beraubt. Weltweit waren da längst Lieferketten aus dem Gleichgewicht geraten und nur wenige Kilometer von uns brach ein Krieg aus. Es folgte eine Destabilisierung des Energiemarktes, die Preise schossen in die Höhe und die zunehmende Inflation frisst seitdem Teile unserer Gehälter und des Ersparten auf. Unter vielen Weihnachtsbäumen liegen deshalb in diesem Jahr weniger Geschenke. Aber auch darin sehe ich eine Chance: lassen Sie uns wieder mehr Besinnlichkeit finden. Weniger Einkaufsstress in der Adventszeit, mehr Zeit für Familie und Freunde. Ich bin überzeugt, dass man auf diese Weise Halt finden kann in einer Gesellschaft, die sich in einem rasanten Umbruch befindet.

Das wünsche ich Ihnen und mir für das Weihnachtsfest 2022. Genießen Sie Beständigkeit, Nähe und Familie. Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut in das Jahr 2023!

Ihr Karsten Vogt

Oberbürgermeister

Foto: Holger Hinz

Discover

Sponsor

spot_imgspot_img

Latest

Große Freude und zwei Gründe zum Feiern im Naturschutz Tierpark Görlitz-Zgorzelec

Der Nachwuchs von Trampeltierstute Shirin wurde erst im April erwartet. Umso größer war die Freude als am frühen Morgen des 12.März ein kerngesundes, munteres...

Von A wie Alpenmurmeltier bis Z wie Zebramanguste

  Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec zieht Bilanz bei jährlicher Inventur   Mit dem Jahreswechsel beginnt im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec die alljährliche Inventur. Die detaillierte Bestandserhebung erfasst präzise, wie viele Tiere...

Thüringer Waldziegen im Einsatz für den Artenschutz

Sie hat ein schokoladenbraunes Fell, helle Streifen im Gesicht und weiße Füße: die Thüringer Waldziege. Es handelt sich um eine einheimische Ziegenrasse, die zu...

Die Osterreiter eine Tradition fällt aus

https://youtu.be/DGCmmPx6-5A

Der Westen fliegt aus der Kurve

In diesen Tagen schaut man gebannt auf die Geschehensabläufe in den Vereinigten Staaten. Dabei sollte manseit langem das eigene Land und die Europäische Union...