Am 30. November saß sie zum letzten Mal im Präsidium einer Sitzung des Bautzener Stadtrates: Baubürgermeisterin Juliane Naumann. Nach sieben Jahren beendet sie ihre Tätigkeit auf eigenen Wunsch und scheidet aus der Stadtverwaltung aus. Oberbürgermeister Karsten Vogt lobte seine Kollegin für ihre steten Bemühungen, Prozesse zum Wohle der Stadt zu moderieren, Verständnis zu schaffen und Dinge auf den Weg zu bringen. Sie leitete den Beirat für Stadtentwicklung, schrieb das Stadtentwicklungskonzept fort und unterstützte Bürgerinitiativen zum Wohle Bautzens. Vogt erinnerte an konkrete Projekte, wie den Bau einer neuen Zuwegung zum Humboldthain und die neue Brücke zum Werk von Alstom. „Diese waren für den Fortbestand des Werkes existentiell“, so Vogt. Auch in den Bau der neuen Kindertagesstätte „Purzelbaum“ am Schützenplatz floss viel Energie. Ein Projekt dieser Größenordnung hat es in Bautzen bis dahin nicht gegeben und das wird es auch in naher Zukunft nicht geben. Karsten Vogt: „Trotz vieler Diskussionen entstand ein tolles Ergebnis, auf das wir stolz sein sollten“!

In die Amtszeit von Juliane Naumann fielen beispielsweise die Sanierung der Mönchskirchruine und des Reichenturms, der Verkehrsausbau des Musikerviertels und der Taucherstraße oder die Entwicklung des Eigenheimstandortes Am Steinhübel. Als Baubürgermeisterin trieb sie die Digitalisierung der Schulen, diverse Maßnahmen zum Hochwasserschutz und die Zukunft des Lauenareals voran. Immens wichtig war ihr stets die Entwicklung des öffentlichen Raums. Gemeinsam mit den Stadtbegrünern legte sie offene Gärten in der Innenstadt und Hochbeete zur Ernte für jedermann an. Unter der Regie von Juliane Naumann lockte der jährliche Tag des offenen Denkmals tausende Neugierige in die Altstadt und am Fuße des Reichenturms ließ sie einen Spielplatz installieren – mitten in der Stadt.

„Wir wissen alle noch von der Diskussion um die Gestaltung des Schliebenkreisels“, erinnerte Vogt. Juliane Naumann initiierte eine Bepflanzung, die anfangs belächelt wurde. Inzwischen ergibt sich ein sehr ansehnliches Bild am Tor zur Stadt. An dieser Metapher machte er die Weitsicht von Juliane Naumann fest: „Daraus lernen wir, dass wir uns gern in Geduld üben sollten, bevor wir vorschnell urteilen“.

Abbildung:
Juliane Naumann, Foto: Norman Paeth

Vertreter fast aller Fraktionen dankten Juliane anschließend für die gute Zusammenarbeit und wünschten ihr alles Gute für die Zukunft.