Kleiner Igel – und nun?

Die Wildtierauffangstation des Naturschutz-Tierparks Görlitz-Zgorzelec informiert, wann die stacheligen Gesellen wirklich Hilfe brauchen

Görlitz, Oktober 2025 – Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken – höchste Zeit für Igel, sich auf den Winter vorzubereiten. Bevor der Dauerfrost einsetzt, heißt es für die Tiere: Fressen, was das Zeug hält! Denn nur mit ausreichenden Fettreserven können sie ihren Winterschlaf sicher überstehen.

 

Diese rege Aktivität führt derzeit zu zahlreichen Anrufen und Hilfsangeboten besorgter Tierfreunde in der Wildtierauffangstation des Naturschutz-Tierparks Görlitz-ZgorzelecViele vermuten, die kleinen Stachelträger seien krank oder unterernährt – doch in den meisten Fällen ist das nicht so.

 

„Selbst junge Igel im Alter von drei bis vier Wochen sind schon recht selbstständig und verlassen tagsüber für kurze Zeit das Nest“, erklärt Tierpark-Kuratorin Catrin Hammer. „Sie finden allein zurück und benötigen keine Hilfe.“

 

Die Fortpflanzungszeit der Igel dauert von Mai bis September. Daher ist es völlig normal, bis in den späten Herbst hinein Jungtiere zu sehen. Sie aus der Natur zu entnehmen, bedeutet großen Stress – und ist zudem gesetzlich verboten, da Igel zu den geschützten Arten zählen.

 

Am besten unterstützt man die Tiere, indem man ihnen im Garten natürliche Rückzugsorte bietet: etwa große, wettergeschützte Laub- oder Reisighaufen oder spezielle isolierte Holzkisten. Auch der Verzicht auf Insektizide hilft, denn so bleiben die natürlichen Nahrungsquellen der Insektenfresser erhalten.

 

„Eine zusätzliche Fütterung kann sinnvoll sein, um die Winterreserven der Tiere aufzufüllen“, rät Hammer. „Dazu eignen sich getrocknete Insekten (aus dem Fachhandel), Katzenfutter, gekochtes Ei. Wichtig ist jedoch: Keine Milch! Diese verursacht lebensbedrohliche Durchfälle. Auch Obst gehört nicht auf den Speiseplan der Igel.“

 

Igel, die offensichtlich krank, verletzt oder stark geschwächt sind, benötigen professionelle Hilfe. In solchen Fällen steht die Wildtierauffangstation des Naturschutz-Tierparks Görlitz-Zgorzelec unter der Telefonnummer 0160 90 95 48 00 beratend zur Seite.

 

Weitere umfassende Informationen rund um den Igel bietet die Seite www.pro-igel.de

 

Discover

Sponsor

spot_imgspot_img

Latest

90 Jahre Schrödingers Katze – ein Dilemma, ein Ouzo und ein Denkzettel für die Quantenwelt

Was haben ein Hund und eine Maus damit zu tun? 😊 Eine Anekdote von Andreas Manousos Es geht nun auf den Herbst zu. In den Geschäften...

Brückensperrungen am 15. Dezember 2022

Am Donnerstag, dem 15. Dezember 2022 wird die Heilige-Geist-Brücke zwischen 8.00 und 12.00 Uhr gesperrt. Die Scharfenwegbrücke wird zwischen 12.00 und 16.00 Uhr gesperrt....

Krankenhäuser im Kriegsmodus – Frankreichs Gesundheitsministerium schlägt Alarm

Europa rüstet das Gesundheitssystem auf Krieg – und die Politik spielt mit dem Feuer Ein investigativer Bericht zu den aktuellen Kriegsvorbereitungen – von Andreas Manousos Als...

Die tibetische Flagge weht wieder am Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec

Das einzige Tibetdorf Europas lädt ein, Landeskultur und Tierwelt hautnah selbst zu erleben Tierparkdirektor Dr. Sven Hammer und Birgit Peschel-Martin, Leiterin des Amts für Stadtfinanzen...

Die Teilung der Welt und der Gesellschaft in Gut und Böse

Ein Artikel von Wolfgang Bittner Schon seit einigen Jahren erleben wir zunehmend eine Teilung der Welt in die angeblich Guten und die angeblich Bösen. Was damit...