Im Sommergespräch mit dem Ministerpräsident von Sachsen Michael Kretschmer

Der Sofatalk „Das Sommergespräch“

Zusammen in der Moderation mit Jens Zimmermann und David Vandeven in der Staatskanzlei in Dresden zu Gast bei Ministerpräsident Michael Kretschmer. Themen . Alle Konflikte und Krisen auf einmal? Ukraine Krieg und kein Ende in Sicht ? Schwere Waffen aus Deutschland? Die besondere Rolle von Sachsen in dem Konflikt. Energiekrise eine Krise im Osten ? Atomkraftwerke und ihre Funktion in der Situation heute? Zusammenarbeit mit der EU Bautzen und seine Rolle in der Zukunft. Der Wechsel in der Stadtführung in Bautzen . Auswirkungen und Sichtfenster Herbst. Heißer Herbst? Reaktionen auf Personen und ihre Statements zu Sachsen. War die Regierungsbildung in Sachsen aus heutiger Sicht eine gute Wahl? und vieles weitere mehr…. Wir bedanken uns bei Michael Kretschmer der uns über eine Stunde alle Fragen beantwortet hat und die angenehmen Gespräche am Rande ohne Kamera, sowie dem Team hinter den Kulissen, die alle sehr fleißig mitgeholfen haben. Anmerkung der Redaktion Es handelt sich um ein Gespräch unter Menschen. Wir reden miteinander und nicht übereinander. Respektvoller Umgang auch in den Kommentaren ist erwünscht. Wir bedanken uns für die Unterstützung bei Markus Lankers an der Kamera und dem Schnitt. Bei Lutz Leutold von der Fa. Das Anhänger Center Dresden für einen Anhänger als Leihgabe. Dem Barbershop 119 in Bautzen für das perfekte Styling. Jens Zimmermann aus Schwarzenberg der für Bernd Kiesewetter in der Co-Moderation eingesprungen ist. Und allen Menschen die uns darüber hinaus unterstützen und durch die Krise helfen. Es werden weitere Teile folgen. Bei unserer Arbeit können Sie uns unterstützen mit einer Spende, da dieses Format im Ehrenamt entsteht und auf mehreren Plattformen ausgestrahlt wird. Informationen dazu und der Kontakt unter Ostsachsen TV David Vandeven Auf Facebook unter Der Sofatalk und Ostsachsen TV auf der Webseite www.ostsachsen-tv.com und auf Youtube unter Ostsachsen TV

Name der Datei: Der Sofatalk Das Sommergespräch auf Tour Teil 1 mit Ministerpräsident Michael Kretschmer

David Vandeven: Liebe Zuschauerinnen, liebe Freunde des Sofatalks, eine neue Folge entsteht, die Sommergespräche beginnen. Wir sind im Jahr 2022. Wir sind in außergewöhnlichen Verhältnissen und zum Sommergespräch parallel heute in der Staatskanzlei in Dresden, bei Michael Kretschmar, dem Ministerpräsidenten des Freistaat Sachsens. Hallo Herr Kretschmer.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Guten Tag.

David Vandeven: Bin ich nicht alleine hingereist, sondern gemeinsam mit dem Botschafter des Erzgebirges, mit dem Botschafter des Sofatalks, Jens Zimmermann aus Schwarzenberg, der freien Republik. Ständig unterwegs, heute mal hier. Und einen Riesendank an ihn für die Organisation, aber auch an die Firma Das Anhängercenter Dresden, die uns den Anhänger gestellt hat, dass wir heute hier mit Technik anreisen konnten, an Markus Lankers hinter den Kameras, der den Schnitt und die Produktion begleitet, und an den Barbershop 119 in Bautzen, der mich heute gestylt hat, damit ich auch für Sie halbwegs ansehnlich aussehe. Gehört ja dazu. Stil ist ja nicht das Ende des Besens, und einmal im Jahr kann man das ja mal machen. (Lacht) Gut. Ich habe mich gefreut. Wir hatten eigentlich einen Termin gehabt schon im Januar. Der ist geplatzt trotz oder wegen Corona. Sie waren in Quarantäne, Sie sind erkrankt, aber Sie sind auch wieder gesund. Heute geht es um ein anderes Thema. Alle Krisen auf einmal oder alle Krisen nacheinander auf einmal bewältigen? Was ist das Motto der heutigen Stunde?

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja, es ist in der Tat-, wir leben in einer Zeit, die den Menschen sehr viel abverlangt, wenn man sich über überlegt, was wir in diesen drei Jahrzehnten erlebt haben. Fall der Mauer, der Wiederaufbau dieses Landes mit großen Leistungen, aber auch Schmerzen. Viele Menschen sind weggegangen, auch aus der Oberlausitz in andere Regionen. Wir haben dann diese Staatsschuldenkrise gehabt. Wir haben die Flüchtlingskrise gehabt, Corona, und jetzt dieser furchtbare Krieg in der Ukraine mit allen Wirkungen auf-, auch auf Deutschland und Europa. Und das verlangt uns, glaube ich, allen miteinander sehr viel ab. Es zehrt an unseren Nerven. Es stellt auch wieder die Erfolge in Frage, die man über die Jahrzehnte ja jetzt hart erkämpft hat. Und deswegen, glaube ich, braucht es ein offenes Wort, auch ehrliche Gespräche, eine Debattenkultur, in der nicht nur eine Position, sondern eben auch verschiedene gehört werden und man miteinander ringt: Was ist der richtige Weg?

David Vandeven: Dass Sie mit allerlei Menschen sprechen aus unterschiedlichen Positionen und Lagern, dafür sind Sie bekannt, dafür kriegen Sie auch oftmals Kritik. Sie standen jetzt zum Jahrestag von dem Tod von Kurt Biedenkopf, dem ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten, am Grab. Es war eine andere Ära, es war eine andere Zeit. Sicherlich haben Sie sich auch andere Dinge vorgenommen, wie Ihre Zeit aussehen soll. So einen Krieg sucht man sich ja nicht aus, der kommt über einen hinweg. Und dennoch, glaube ich, sind die Zeichen der Zeit, ja, so eindeutig, dass Sie eindeutige Positionierung brauchen, die Bürger brauchen eindeutige Antworten auf Fragen und Ängste. Und ich glaube auch, dass miteinander sprechen besser ist als übereinander. Nur, die Frage des Miteinanders und des miteinander Sprechens ist ein Stück weit aus den Fugen geraten.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja, Debattenkultur braucht es in diesem Land. Wir haben in den Jahren seit 2017 ganz mit großer Kraft investiert in den ländlichen Raum, Gott sei Dank auch in das Thema Katastrophenschutz. Wir profitieren heute davon, wir sehen das auch bei diesen Waldbränden, dass wir über die letzten Jahre auch in neue Technik investiert haben. Alles, was Breitband angeht, weil wir eben die Zukunft in den Regionen, in den Dörfern, in den kleinen Städten haben wollen. Und diesen Weg werden wir auch weitergehen. Wir haben Herausforderungen wie das Thema Lehrer. Ich bin jetzt auch in diesen Tagen wieder zusammen mit den Kreiselternräten, um gemeinsam zu überlegen: Was können wir noch machen? Aber das überlagernde Thema ist derzeit dieser Krieg in der Ukraine. Das ist ein großes Unrecht. Russland hat ein souveränes, ein eigenständiges Land angegriffen. Und man muss, wenn man sieht, wie die Menschen in der Ukraine für ihr Land, für ihre Freiheit kämpfen, allergrößten Respekt haben. Wir hier in Deutschland unterstützen die Ukraine zu Recht, aber wir müssen natürlich auch immer uns die Frage stellen: Was sind die richtigen Instrumente, und haben wir eine gute Auswahl getroffen? Wir haben heute gehört, die Gasumlage, 2,4 Cent, eine gewaltige Belastung zusätzlich zu den höheren Preisen. Das ist etwas, wo wir sehr klar sehen, wir sind auf einer schiefen Ebene. Es geht so nicht weiter. Wir müssen hier auch einen anderen Kurs fahren. Und das wird erst dann möglich sein, wenn der-, wenn die Waffen schweigen. Und deswegen ist eben auch meine Position: Europa, Amerika gemeinsam mit der Ukraine, wir brauchen einen Plan, um diesen bewaffneten Konflikt anzuhalten. Wir werden die nächsten Jahre nicht auskommen ohne Gaslieferungen, ohne wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Russland. Diese Erkenntnis mag dem Einen oder Anderen bitter vorkommen. Es ist aber eine Realität. Es ist unser Nachbarland, ein großes Nachbarland, und wir sind aufeinander bezogen. Wir müssen in unsere Stärke investieren. Militärisch, was Cybersicherheit angeht, aber eben auch, was die wirtschaftliche Stärke angeht. Und dann wird man auch klarkommen mit einem unsicheren Nachbarn wie Russland. Das ist aus meiner Sicht die Konsequenz aus dem, was wir seit dem 24. Februar erleben.

David Vandeven: Also, es gibt natürlich unterschiedliche Stellungnahmen dazu, warum es zu dieser Auseinandersetzung gekommen ist. Der Krieg ist nicht neu. Seit 2014 gibt es diesen Krieg. Die Frage war gewesen: Wie haben wir uns im Vorfeld positioniert? Wie ist der Krieg dann ausgeufert? Die Grenzüberschreitung ist sicherlich etwas, was über die Bandbreite von allen Parteien kritisiert wird und auch scharf angegriffen wird. Sie sagen aber, es gab Verhältnisse, Wirtschaftsverhältnisse vor dem Krieg. Es wird auch welche wieder geben nach dem Krieg. Und momentan denkt man oder sieht man, wenn man die Medien anschaltet, nur eine Positionierung: Sich gegen Russland zu stellen, und das zwar in allen Bereichen. Nicht nur in der wirtschaftspolitischen Bereichslage oder in der Politik allgemein. Sondern wir sehen es im Sport, wir sehen es in der Kultur, Wir sehen es, dass Menschen, die russlandstämmig sind und hier seit vielen, vielen Jahren leben-. Dresden hat die Partnerstadt Sankt Petersburg. Ich sprach es an, Leipzig Kiew. Also, die Freundschaftsbeziehung gab es schon lange Zeit. Die wurden von fleißigen Menschen über Paneuropa, über andere Verbände gepflegt und aufgebaut, werden momentan wie Mauern niedergerissen. Und Menschen leiden unter der Stigmatisierung. Und ich glaube, dass die Menschen, die russlandstämmig sind und in Deutschland leben, ihre Heimat hier gefunden haben, es nicht verdient haben, in die Geiselhaft genommen zu werden für den Krieg, der hier stattfindet.

Ministerpräsident Michel Kretschmer: Nein, da haben sie Recht. Auf der anderen Seite muss man ganz deutlich sagen, es gibt keine unterschiedlichen Sichtweisen, wie dieser Krieg entstanden ist. Es gibt nur eine. Und das ist: Russland hat die Ukraine angegriffen, und das ist ein Verbrechen. Es ist durch nichts zu rechtfertigen und auch durch nichts zu entschuldigen. Wir sehen, dass allerdings auf der anderen Seite eben diese universellen Werte wie Freiheit, die Demokratie, Menschenrechte eben nicht von alleine kommen, sondern dass sie eine Kraft brauchen, dass man in sie investieren muss, dass man sie verteidigen muss. Und deswegen ist eben mein Punkt: Die Sanktionen, die jetzt getroffen worden sind, die dürfen nicht so sein, dass sie Deutschland, dass sie Europa so schwächen, dass wir an Kraft verlieren, um in unsere Sicherheit zu investieren. Wir brauchen einen Raketenabwehrschirm. Ich glaube, das ist jetzt ganz deutlich geworden, auch für die baltischen Staaten. Wir brauchen eine Stärke, was Cybersicherheit angeht und was den Widerstand gegen Propaganda angeht. Wir müssen in unsere Wirtschaft und in die Innovationskraft investieren, weil wir eben ein Land sind, was von dem Export lebt. Und das ist das Erste. Und das andere ist die Frage: Wie wollen wir in der Zukunft mit Russland umgehen? Da will ich auch deutlich sagen, ich bin dagegen, dass wir dieses Land verteufeln und die Menschen, die da leben. Wir wollen, ja, wir müssen mit diesem Nachbarn zurechtkommen. Und das, was in den vergangenen über 70 Jahren aufgebaut worden ist an der Friedensarbeit nach diesem furchtbaren Verbrechen des Zweiten Weltkriegs mit so vielen Toten, vor allen Dingen auch sowjetischen Toten, das ist etwas, was wir nicht kaputtschießen dürfen und kaputtschlagen dürfen. Sondern wir brauchen diese Zusammenarbeit, die Städtepartnerschaft und den Kulturaustausch, die Zusammenarbeit im Sport, gerade in dieser Zeit. Und da wir ja auch DDR-Bürger sind, ehemalige, ist ja auch klar, dass wir wissen, wie es ist. In einer solchen Zeit braucht es erst recht Menschen von außen, die als Gesprächspartner zur Verfügung stehen, die andere Sichtweisen, andere Informationen bringen. Und deswegen ist das aus meiner Sicht ein völlig falscher Weg, alles abzuschneiden, sowohl was die Zusammenarbeit angeht als auch, was die wirtschaftlichen Kontakte der Zukunft angeht.

David Vandeven: Sie sprechen ja, glaube ich, einigen Bürgern direkt aus der Seele oder aus dem Herzen. Die Wahrnehmung eines geschlossenen Europas zu einer eindeutigen Positionierung, wodurch der Krieg verursacht wurde und zu einer eindeutigen Haltung in Bezug auf die Sanktionen sehe ich allerdings nicht. Es gibt Länder in-, um uns herum, die bestellen weiterhin Gas und Erdöl aus Russland in Größenordnungen, um durch den Winter zu kommen. Deutschland sucht den Weg, nicht mit Russland Geschäfte zu machen, zumindest die Signale der Bundesregierung, der Bundesaußenministerin, des Wirtschaftsministers. Man bereist die ganze Welt und sucht nach Alternativen. Geschlossenheit innerhalb Europas sieht anders aus.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja, wir müssen unsere Interessen definieren, nicht? Und natürlich darf der Angriff auf ein souveränes Land nicht ohne Folgen bleiben. Weil, wenn das zum Mittel der Politik wird, dann ist es auch für alle gefährlich. Auf der anderen Seite ist es natürlich so, dass die Staaten der Europäischen Union und darüber hinaus sehr genau überlegen: Welche Sanktionen sind möglich? Was nutzt, was schadet uns? Es muss ja immer so sein, dass diese Sanktionen vor allen Dingen in dem Land bei denen, die den Krieg verursacht haben, also bei den Oligarchen, bei denjenigen, die zu dieser auch KGB Corona gehören, eine wirklich harte Wirkung entfalten, eine schmerzhafte. Und wir erleben eben beim Thema Öl und Gas und auch Kohle übrigens, Steinkohle, dass wir hier ganz erheblich davon betroffen sind. Und wir verlieren derzeit an Kraft. Die Menschen in unserem Land, die Verbraucherinnen und Verbraucher, sind in großer Sorge, die Industrie, das Handwerk. Und deswegen auch ganz klar aus meiner Sicht: Das ist  so nicht dauerhaft zu halten. Es stellt auch übrigens die gesamte Energiewende, so wie sie jetzt über zehn Jahre erdacht worden ist-, Ausstieg aus Atom, aus Braunkohleverstromung. Auch da haben wir eine sehr kritische Position immer gehabt. Ist das klug, einen einheimischen Energieträger zu tauschen gegen ausländische, die Abhängigkeit zu erhöhen? Aber das war der Weg. Und der war über viele Jahre auch von allen gesellschaftlichen Gruppen gewollt. Der Bau von 40 bis 50 neuen Gaskraftwerken als grundlastfähige Infrastruktur für diese Energiewende, das geht so nicht mehr. Und deswegen muss die Bundesregierung jetzt liefern. Sie muss uns klar sagen, wie das Ganze gehen soll, damit auch Investoren wissen, in welche Richtung kann man investieren. Damit Menschen, die  hier wirtschaftlich tätig sind, wissen, dass Energiepreise in einem Rahmen bleiben, dass jemand wettbewerbsfähig arbeiten kann.

David Vandeven: Die Angst der Menschen zu sagen, es wird ein kalter Winter, es wird ein heißer Herbst, berechtigt. Wenn ich heute die Gasumlage sehe, 2,6 Cent oder vier Cent, das ist ja nicht die Ende der Fahnenstange des Gaspreises. Denn der Preis wird an der Börse ermittelt. Die USA gehen hervor als LNG, Gasexporteur Nummer eins auf der Welt. Die Preise haben sich vom Schiff, wenn sie dort in Amerika den Hafen verlassen, hier ankommen, auf dem Markt eigene Preise erzielt. Die sind in der Preissteigerung jenseits von Gut und Böse im Verhältnis zu dem, was wir früher mal bezahlt haben. Und die Angst der Menschen zu sagen: „Kann ich mir überhaupt noch warmes Wasser leisten? Kriege ich überhaupt im Winter noch dieselben Lebensmittel und wenn ja, zu welchem Preis?“ Die Bildzeitung hat schon ein Inserat herausgebracht mit der Titelstory: „Haustiernahrung wird wenig werden oder vielleicht sogar ganz wenig werden, weil die Energiepreise steigen.“ Angst ist vollumfänglich momentan Methode. Und die Menschen suchen nach Antworten. „Schaffen wir es durch den Winter? Kriegen wir warme Wohnungen? Kriegen wir das irgendwo gemeinsam hin?“

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja. Und deswegen führen wir ja, auch ich, diese Debatte sehr offen, jetzt schon seit Wochen und auch seit Monaten. Es gibt ja verschiedene Schritte, die man jetzt ergreifen muss. Das aller-, allererste ist glaube ich, dass man alle Ressourcen, die man im Land hat, nutzt. Und das ist der Weiterbetrieb der vorhandenen Atomkraftwerke. Wir haben auch noch einige Kraftwerke, die in Standby sind, die ebenfalls angeschaltet werden können. Die Braunkohle und die Steinkohlekraftwerke zu nutzen, die Biomasse, die Wasserkraft. All das jetzt wirklich zu nutzen, was geht. Es kann in einem Industrieland, in so einem hochentwickelten Industrieland wie der Bundesrepublik Deutschland doch keine Energiemangellage geben. Das ist doch eine absurde Vorstellung. Und deswegen, das ist das Erste. Und das zweite ist ein Anerkenntnis  der Situation, dass wir eine Wirtschaft aufgebaut haben, die mit diesem Gas, was über die Pipeline und deswegen zu einem deutlich niedrigeren Preis zu uns gekommen ist, kalkuliert hat. Und ich bin sehr dafür, dass wir uns sehr dafür einsetzen, dass dieser Krieg einen Stillstand findet, einen Waffenstillstand, ein Einfrieren findet, und dass auch dann danach auch wirtschaftliche Zusammenarbeit wie Gaslieferungen möglich sind. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir darauf nicht verzichten können für die nächsten fünf bis zehn Jahre.

David Vandeven: Den Ball, was die wirtschaftlichen Sanktionen betrifft und die Auswirkungen, den würde ich dann gerne wirklich an Jens Zimmermann rüber spielen. Weil, er ist dort ja natürlich auch als ehemaliger Vertreter der Immobilienwirtschaft, aber auch der Menschen, die ihn umgeben, stärker betroffen noch als ich vielleicht. Denn Sie sagen, wir sollen den Krieg einfrieren mit der Ukraine. Auf der anderen Seite schicken wir aber tagtäglich schwere Waffen. Auf der einen Seite heißt es nicht mehr, eine Panzerhaubitze ist eine schwere Waffe und die Tierpanzer, Gepard, Marder, Leopard, wie sie sich alle schimpfen, sind auch keine schweren Waffen mehr. Aber wir schicken diese Waffen. Die Panzerhaubitze 2000, die in der Ukraine eingesetzt worden ist, ist nach kurzen Tagen schon kaputt gegangen, weil man sie eigentlich mehr oder weniger in den Hochbetrieb geschossen hat, statt in den Normalbetrieb. Und die Waffen laufen. Wie soll denn ein Krieg eingefroren werden, wenn wir permanent neue Waffen schicken? Und Ihre Parteikollegen, der Herr Röttgen, das ja nicht nur fordert und auch Herr Merz dahinterstehen und sagen, die CDU ist die Interessensvertretung sogar dafür und fordert das sogar auch.

Ministerpräsident Michael Kretschmer : Ja, wir haben eine breite, politische Mehrheit derzeit in Deutschland und Europa, die diesen Weg als den richtigen sieht. Meines Erachtens ist das eine sehr gefährliche Entwicklung. Ein Krieg kann nicht und darf nicht auf dem Schlachtfeld entschieden werden. Wir müssen zu Verhandlungen kommen. Und das ist meine Position, für die ich eintrete. Und Sie erleben, dass ich da sehr viel Widerspruch dazu bekomme, aber auf der anderen Seite auch sehr viel Unterstützung, sehr viele Briefe, sehr viele Menschen, die sich an mich wenden und sagen: „Ja wir sehen das auch so. Der Krieg kennt nur Verlierer, er kennt nur Opfer. Und je eher er zu Ende ist, desto besser ist das.“

David Vandeven: Sie sind nebenbei auch stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender. Sie sind nicht nur Ministerpräsident. Momentan, wenn ich die Medien anmache, sehe ich nur Jens Spahn als stellvertretenden Bundesvorsitzenden. Michael Kretschmer kommt in der internationalen Presse und in den Medienvertretungen auf Bundesebene so gut wie nicht mehr vor mit so einer Position. Bewusst, oder-?

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Weiß nicht, was Sie sehen und was sie hören. Mein Eindruck ist, dass ich grade bei diesem Thema sehr oft und sehr stark und nachdrücklich meine Meinung vertreten habe. Und ich bin da, auch was die Reaktionen angeht, sehr klar und freue mich auch über die Rückmeldungen, die ich aus breiten Teilen der Gesellschaft und auch der Wirtschaft habe.

David Vandeven: Okay. Ich würde den Ball rüber spielen an Jens Zimmermann mal in Bezug auf die Auswirkungen heißer Herbst. Denn die Bundesinnenministerin, Frau Faeser, warnt davor, dass es Ausschreitungen und Auswirkungen geben würde auf der Straße, dass rechte Gruppierungen und auch Populisten Stimmen einsammeln könnten jetzt in Bezug auf die Krisen, die uns treffen. Und die Wirtschaft auch Signale sendet zu sagen: Es geht so nicht weiter, wir fahren hier an die Wand. Jens, wie siehst du das, und welche Informationen strömen da auf dich ein?

Jens Zimmermann: Ja, vielen Dank. Also, ich würde es mal symbolisch mit den Dingen einleiten, so wie wir sie gerade-, die Verhältnisse hier in Dresden haben. Als wir vorhin in die Staatskanzlei sind, waren ungefähr 31 Grad. Der Himmel ist so leicht milchig-gelb. Das heißt, es wird ein Unwetter erwartet, es wird einen großen Knall geben. Und so ein Knall hat ja auch was-, im wahrsten Sinne des Wortes was Bereinigendes. Und ich glaube, die Menschen sehnen sich hier nicht nur in der Landwirtschaft nach Regen, um wieder das Land wieder fruchtbar zu machen. Was wir hier brauchen, und das ist ja das, was uns, glaube ich, im Herbst bevorsteht, ist in der Tat mehr als ein heißer Herbst. Und es ist das, was schon angesprochen worden ist. Bei den Fragen Energie ist die große Sorge vor allen Dingen von denjenigen, den die Volkswirtschaft immer am Laufen hält, nämlich dem Mittelstand. Und da will ich vielleicht-, damit vielleicht beginnen. Ich hatte gestern ein Geburtstagstelefonat mit einem Bekannten in Sachsen, bekannten Konzertflügelhersteller, wo ich ganz herzlich übrigens grüßen soll. Und er erzählte mir-, sagt er: „Weißt du, der Betriebsstrom, den hatte ich früher günstig eingekauft, hatte mir das alles über-, für drei Jahre gut organisiert. Und da lag ich mit knapp vier Cent gut dabei. Jetzt mittlerweile bezahle ich fast 40 Cent.“ Diese Energiesteigerung, das ist ja nur ein Beispiel, ist ja symptomatisch aber für viele andere Unternehmer und vor allen Dingen für diejenigen, die es am Ende dann tragen und bezahlen müssen. Und man fragt sich in der Tat: Wie lange kann so was gut gehen? Mit dem Wissen darum, dass es kein Dauerzustand sein kann. Deswegen bin ich ja genau bei dem, was du gesagt hast. Es ist viel-, es ist schwierig, Brücken sozusagen weiter zu erhalten. Es ist noch viel schwieriger, Brücken zu bauen. Aber was hier bundespolitisch gemacht wird, ist einfach, dass Brücken abgerissen werden. Und das versteht, und ich will es mal versuchen wirklich aus der Sicht desjenigen, aus dem-, als Stimme des Volkes quasi zu sprechen. Das verstehen viele mit dem gesunden Menschenverstand nicht mehr. Deswegen ist es auch die Frage-, natürlich kann-, ein Politiker im Allgemeinen und Bundespolitiker im Besonderen hat auch das Recht auf Irrtum. Und vielleicht ist dieser Irrweg-, und das ist das, was doch hier gerade in Sachen oder was die Sachsen glaube ich so wohltuend empfinden, dass ihr Landesvater an der Spitze da ein bisschen eine andere Politik einnimmt. Und nicht nur aus seiner eigenen Vergangenheit des geborenen DDR-Bürgers, sondern eben auch aus dem vor allen Dingen des gesunden Menschenverstandes hier agiert, wo viele, und ich kann das wirklich nur so weitergeben, Sachsen hoffen, dass wir hier einen eigenständigen Weg finden. Und die Partnerschaften, so wie sie gesagt wurden, ich würde es nur noch ergänzen, dass natürlich Chemnitz und Wolgograd genauso einzubeziehen sind, und viele wirtschaftlichen, kulturellen, sportlichen Verbindungen es seit Jahrzehnten gibt und es ja schmerzlich ist, wenn einfach nur so ein Bild an die Wand gemalt wird, der böse Russe, und nur darauf wird eingeschlagen. Und die Kausalität wird doch ein bisschen auch im Hinblick auf die große Atlantikbrücke nicht gesehen. Da würde ich gerne mal noch eine Antwort dazu haben.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Man muss eben, sagen wir mal-, die Dinge gehören irgendwie zusammen. Und trotzdem muss man sie, glaube ich, ein bisschen auch so auseinandernehmen. Das eine ist die aktuelle Situation mit dem Mangel an Erdgas aus Russland. Das ist etwas, was wir nicht für die nächsten Jahre so weiterfahren können. Wir brauchen dieses Gas, und zwar für die Industrie. Wir brauchen es auch für die Verstromung. Und wir brauchen es vor allen Dingen in der in der Menge und auch zu einem Preis, der sicherlich nicht mehr dort sein wird, wo wir vor ein oder zwei Jahren waren, aber immer noch deutlich niedriger als LNG-Gas, was international gehandelt ist, was einfach auch durch die Produktion, durch den Transport viel teurer ist. Meine feste Überzeugung. Das Zweite ist, wir haben uns verpflichtet, aus meiner Sicht zurecht, das Energiesystem umzubauen weg von fossilen Energieträgern hin zu immer neutralen Energieträgern. Das war geplant, und seit 2011 ist das eine Linie, die sich durchzieht. Viele haben das kritisiert, viele haben da Fragen gestellt. Ingenieure, Naturwissenschaftler, auch ich habe Fragen gehabt. Ist es klug, einen vorhandenen Energieträger in Deutschland zu ersetzen durch einen ausländischen durch das Gas? Aber das war der Weg, und darauf hat-, war alles aufgebaut. Der Atomausstieg, der Braunkohleausstieg bis zum Jahr 2038. Und darauf war auch ausgebaut der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Also, natürlich wird das verkürzt immer dargestellt, grüner Wasserstoff. Aber es war vollkommen klar, dass zunächst einmal, um auch das Ganze beginnen zu können und auch einen vernünftigen Preis zu erzielen, dieser Wasserstoff aus Erdgas kommen wird. Und wir haben auch davon gesprochen, dass der Wasserstoff möglicherweise in Zukunft über diese Pipelines aus Russland kommt. Und diese Fragen müssen jetzt ganz zügig antwortet werden, weil die Unsicherheit zu Preisaufschlägen führt, weil Mangelsituationen zu extremen Preisaufschlägen führt, und weil eben am Ende die Energie eine solche Achillesferse ist für jede Volkswirtschaft. Wir spüren es alle selbst als Verbraucher bis zum Bäcker, bis zum Industriebetrieb, und, und, und. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir diese Fragen jetzt stellen und sie auch in der Debatte bringen. Ich bin froh darüber, dass in den letzten vier Wochen meines Erachtens sich das Debattenklima schon sehr verändert hat, dass sich viele jetzt auch aus der Wirtschaft zu Wort melden und die Dinge klar beim Namen benennen. Das wird nicht ohne Folgen bleiben, ohne Eindruck bleiben. In einer Demokratie ist es immer so, dass diese Debatten auch am Ende eine Wirkung auf politische Entscheidungen haben. Und deswegen führen wir sie auch mit Nachdruck, auch wenn ich jetzt  vielleicht derzeit immer noch sehr viel Kritik bekomme. Aber ich spüre deutlich mehr unterstützt für meine Fragen und auch für meine Position, als es vielleicht noch vor sechs oder acht Wochen war.

David Vandeven: Da muss ich kurz einhaken. Das Bundesland Sachsen hat eine Sonderkonstellation in Bezug auf die Bundesregierung. Die CDU ist Oppositionspartei im Bund. In Sachsen ist sie die führende Landespartei, aber in Koalition mit SPD und Grüne, Bündnis 90 die Grünen. Sie haben eine grüne Justizministerin in Sachsen, Sie haben einen grünen Landwirtschaftsminister in Sachsen, der sagt, Brachflächen sind wichtiger als die-, als der Ackerbau momentan. Wir hatten Landwirte, die mit ihren Traktoren auf Protestfahrt gegangen sind. Und Sie selber sind in die großen LPG-Betriebe und haben gesagt: „Wir kriegen das hin.“ Sie, nicht der Landwirtschaftsminister. Und die Frage, die sich mir darstellt bei nicht mal acht oder zehn Prozent der Bevölkerung, die die Grünen gewählt haben: Bereuen Sie das, dass Sie eine Koalition mit dieser Partei eingegangen sind auf Landesebene? Oder stärken die Sie auch in Ihrer Position? Weil, die Sonderrolle Sachsens, die Sie gerade auch darstellen in Bezug auf die Energieabhängigkeit mit Russland und Sachsen, die sieht ja im Westen teilweise ganz anders aus. Da kommt das Gas aus anderen Pipelines aus anderer Richtung. Da kann man vielleicht auch eine ganz andere Politik vertreten nach außen. Wie groß ist da der Rückgang in der eigenen Front hier vor Ort?

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja, es sind unterschiedliche politische Akteure mit ganz unterschiedlichen auch Prioritätensetzungen. Während wir jetzt auch diese Diskussion über den Preis führen und uns Sorgen machen um unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit, gibt es natürlich auch politische Parteien, die der Meinung sind, durch höhere Energiepreise erleichtert sich, beschleunigt sich der Umbau in gewissen Bereichen, andere Technologien kommen eher an das Geld. Das halte ich für falsch, für kurzsichtig und für einen gefährlichen Irrweg, weil eben diese internationale Wettbewerbsfähigkeit immer das entscheidende Maß ist in einem Land, was ein so hohes Wohlstandsniveau hat, eine so hohe soziale Absicherung, ein so super auch Umweltsystem. Das ist ja alles nur deswegen zu finanzieren, weil wir unsere Produkte in die Welt verkaufen können. Wenn das nicht mehr geht, ist Wegfall der Geschäftsgrundlage. Und wir sehen jetzt in einigen Wochen dieses Jahres auch schon einen deutlichen, sehr deutlichen Rückgang der Exporte. Das muss uns alle extrem alarmieren, wie auch der Rückgang des Konsums im privaten Bereich jetzt im Juni so stark wie das letzte Mal 1994. Also, es sind viele Alarmzeichen, die man nicht übersehen darf. Und deswegen ist auch dieses Interview wieder eine Möglichkeit für einen anderen Umgang, für eine andere Prioritätensetzung, für eine größere Offenheit zu werben. Ich verstehe das, dass es Menschen zerreißt, wenn sie diese Kriegsverbrechen in der Ukraine sehen und sie wollen, dass das aufhört, und sie wollen nicht, dass der Aggressor am Ende der Gewinner ist. Das will ich übrigens auch nicht. Aber wir müssen immer sehen: Was macht es mit uns, und wie finden wir einen Weg, der auf der einen Seite das nicht toleriert und nicht honoriert, was dort passiert an Verbrechen, und auf der anderen Seite uns aber auch die Kraft gibt, vor allen Dingen eben durch eigene Stärke uns für die kommenden Jahre und Jahrzehnte sicher zu machen?

David Vandeven: Jens, ist die Antwort für dich beantwortet oder eine Nachfrage?

Jens Zimmermann: Naja, es ist ja schon mal trotzdem wohltuend zu hören, dass wir immer noch über durchaus die Möglichkeit sprechen, einen eigenen sächsischen Weg zu finden, zumindest die eigene sächsische Politik insofern rüberzubringen, dass sie auch in anderen Ländern im Allgemeinen, in Mitteldeutschland sowieso, aber durchaus im wahrsten Sinne auch im Westen Gehör findet und Anerkennung. Und insofern ist es wichtig, dass das nicht nur so eine einseitige Geschichte ist. Grundsätzlich gibt es natürlich in so einem Krieg niemals Gewinner. Es gibt nur Verlierer, und das muss jedem bewusst sein. Und insofern finde ich es nur richtig zu sagen, alles wirklich Mögliche dafür zu tun, um so schnell wie möglich lieber gestern als heute diesen Krieg zu beenden. Das ist das-, das kann wirklich nur das Gebot der Stunde sein. Zum Thema Energie, da wäre es mir wirklich wichtig-, ich habe manchmal den Eindruck, dass es in gewissen-, nicht, weil hier in der Staatskanzlei sind, aber in gewissen öffentlichen Dienst oder bei Beamten, wenn die Frage kommt: „Wo kommt eigentlich das Gehalt her?“ Dann die Frage oder die Antwort ankommt: „Ja das kommt immer am Monatsersten von der Sparkasse.“ Da fehlen mir gewisse betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, mit Verlaub. Und ich glaube, auch das ist ein Punkt, warum, was du vorhin angesprochen hattest, auch Fehler, durchaus vor allem in grüner Sichtweise, dort Gedanken geäußert werden, die schwer nachvollziehbar sind, beziehungsweise, die nicht den Anspruch von Nachhaltigkeit beinhalten. Da würde es mir-, würde ich mir das sehr, sehr wünschen, dass hier noch mehr Gehör gefunden wird, dass hier noch mehr größeres Verständnis kommt, und dass aus diesem vielleicht immer so in Journalistenkreisen bekannten Sommerloch dann ein Signal ertönt, um hier ganz pragmatisch das Thema Energie, was uns alle bewegt, mehr denn je in Angriff zu nehmen. Ich hätte gern noch zum Thema Gesundheit trotzdem noch was gefragt, würde aber erstmal den Ball nochmal zurückgeben.

David Vandeven: Ja, wenn wir beim Thema Schlagzeilen sind und Sommerloch. Sie haben in Bautzen angerufen beim ehemaligen Oberbürgermeister Alexander Ahrens, der ist ja noch bekannt, wie es so um die Geschicke der Stadt steht. Bautzen hat das Gefühl, derzeit auf einem Abstellgleis zu stehen, zumindest in der Wirtschaftlichkeit. Die Elektrifizierung der Strecke ausgesetzt, die Oberschule oder die Fachschule, das Forschungszentrum für moderne Baustoffe wurden in weite Ferne gerückt. Da sagt sich Bautzen: Was passiert eigentlich mit unserer Stadt in der Zukunft? Worum kümmert sich Herr Kretschmer gerade? Ist ihm Görlitz oder Hoyerswerda gerade wichtiger als Bautzen? Die Frage würde ich gerne mit einbringen, weil, sie ist mit dem neuen Oberbürgermeister, den wir haben-, Karsten Vogt hat gewonnen, und zwar eindeutig. Alexander Ahrens wurde abgewählt, die CDU hat die Stadtspitze wieder zurückerobert. CDU-Stadt Bautzen darf sich zurecht wieder so nennen. Sie hatten damals aber Annalena Schmidt angerufen und haben sich informiert über Bautzen. Und sie schreibt, Sachsen ist kaputt und sie sucht nach einer Arbeit im Westen. Neben dem hat die Sächsische Schweiz vor kurzem gebrannt. Sie haben gesagt, das ist Sachsen, weil der Zusammenhalt der Feuerwehren, und zwar grenzübergreifend zwischen Tschechien und Deutschland, Löschflugzeuge aus Italien, alle haben gemeinsam gearbeitet, diesen Brand zu bekämpfen. Gesagt: „Das ist Deutschland, und das ist auch Sachen. Das ist das, was uns stark macht, der Zusammenhalt.“ Haben wir parallel einen Stadtrat der Grünen gehabt, ehemaligen Stadtrat der Grünen gehabt, der gesagt hat, wir sollten doch Sachsen kontrolliert abbrennen lassen. Solche Schlagzeilen, solche Stellungnahmen verunsichern nicht nur die Leute, sie sind tiefe Schläge in die Magengrube oder in das Herz der Menschen. Denn wir sind sehr, sehr stolz auf Sachsen, auf das, was geleistet wurde, auf das, was Sachsen ausmacht. Und ich frage mich: Wer ist hier Kriegsgewinner, und wer ist Verlierer? Mit Ihrer Position-, ich kann mich damit absolut anfreunden, und ich identifiziere mich da auch mehr mit als mit den Positionen anderer Parteien oder auch anderer Stimmen aus Ihrer eigenen Partei. Also, Norbert Röttgen war mir da megafremd, und auch Herr Merz. Ich habe ihn in Görlitz gehört, noch einen euphorischen Applaus von mir geerntet. Jetzt momentan kriegt er mehr Kritik aber als alles andere. Nur, sind Sie der Gewinner der Zeit, oder sind Sie eigentlich ein Verlierer? Weil, Ihre Stimme scheint ja wohl nicht die mehrheitsfähige zu sein.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Also, jetzt mehren Sie eine ganze Menge von Sachen irgendwie zusammen, und man weiß gar nicht mehr so richtig, was-, worum ging es jetzt? Was die Frage angeht der Ukraine und unserer zukünftigen auch Energiepolitik, werden Sie sehen, dass wir am Ende an vielen Punkten eine Lösung und eine Realität haben, die in weiten Teilen dem entspricht, was ich gesagt habe. Es muss eine Lösung am Verhandlungstisch geben. Das ist aus meiner Sicht vollkommen klar. Die Frage ist eben: Wie schnell und wer erzeugt sie? Man braucht aus meiner Sicht Amerika, man braucht die Europäische Union dazu. Man braucht auch andere Länder, die extrem davon betroffen sind, von diesen wirtschaftlichen Verwerfungen. Wir haben einen furchtbaren Krieg in einem kleinen Teil der Welt und haben das Gefühl, dass die gesamte Welt ins Chaos gestürzt wird. Und das muss aufhören. Sie haben einen grünen Stadtrat zitiert, einen ehemaligen, der jetzt nicht mehr hier in Sachsen lebt und sich geäußert hat. Dazu will ich gar nichts sagen, weil ich finde, dieses Zitat spricht für sich, und es richtet denjenigen, der es ausgesprochen hat, auch selbst. Wir haben Bautzen, eine wunderbare Stadt, die Hauptstadt der Oberlausitz und die Situation mit dem Strukturwandel. Und so, wie ich das erlebe-, ich bin mit einer großen Liebe und auch Begeisterung immer wieder in Bautzen. Ich habe mit Alexander Ahrens überlegt: Welche Projekte könnten es sein? Wir haben uns um Bombardier gekümmert, jetzt Alstom. Wir haben die Idee mit dieser Spreebrücke gehabt. Aber es gab zu dem Zeitpunkt, wo wir diese Gespräche geführt haben, keine Konzepte. Andere waren weiter. Also, muss sagen, Bischofswerda war weiter. Sowohl, was die Landesuntersuchungsanstalt angeht, als auch, was das Kulturhaus angeht. Wir haben in Hoyerswerda eine ganz andere, aus meiner Sicht beeindruckende, gebe ich immer wieder zu, Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Dresden. Das ist dem Oberbürgermeister gelungen, die Rektorin zu faszinieren, zu begeistern. Und so ist es an anderen Stellen auch. Wir haben aber noch Jahre vor uns. Das ist jetzt die erste Zeitschiene bis 2026, in denen das Geld wesentlich erstmal jetzt gebunden ist. Wir werden in den nächsten Monaten auch darüber sprechen, dass die Ressourcen bis Ende des Jahrzehnts dann zur Verfügung stehen, geplant werden können, belegt werden können. Und von daher gibt es auch genügend Möglichkeiten auch für Bautzen. Wir haben in Bautzen die Berufsakademie, die jetzt zur dualen Hochschule wird. Eine riesige Chance. Ich habe mehrmals gesagt, dass wir in den Verhandlungen, die ich geführt habe mit der Bundeskanzlerin, dafür gesorgt haben, dass ein Bataillon Bundeswehr in die Lausitz kommen soll mit bis zu tausend Dienstposten. Es ist kein Geheimnis, dass die Bundeswehr den Standort, die Nähe zu Bautzen präferiert. Das wird in Weißwasser jetzt nicht gern so gehört. Aber es ist ein Standortwettbewerb, und es lohnt sich, jetzt ein attraktives Angebot zu machen, was die Größe, was die Fläche angeht, 50 bis 70 Hektar. Das wird die Zukunft der Städte, die in unmittelbarer Nähe dieses Standortes sind, sehr massiv verändern. Was das-.

David Vandeven: Darf ich da ganz kurz nachfragen? Es geht nicht um den Truppenübungsplatz Oberlausitz, sondern es geht gezielt um Bautzen in Bezug auf die Bundeswehransiedlung.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Es geht darum, dass wir mit der Bundeskanzlerin-, und die jetzige Bundesverteidigungsministerin war ja unlängst da, wir haben noch einmal drüber gesprochen, steht dazu. Die Arbeiten laufen daran. Wir werden im Herbst in die Region kommen, und sie wird dann deutlich machen, welche Fähigkeit das sein wird, bis zu tausend Dienstposten. Es wird ein neues Bataillon sein, was angesiedelt wird. Und das kann auf dem Truppenübungsplatz, das kann in Weißwasser sein. Aber das kann, und das ist so ein Stück weit auch der Wunsch der Bundeswehr, in Richtung Bautzen sich ganz auch orientieren. Die Bundeswehr kennt Bautzen gut. Sie schätzen die Urbanität, sie schätzen auch die Anbindung übrigens an die Autobahn und an den Zug. Zum Thema Zug will ich auch nochmal sagen, da arbeiten sehr, sehr viele Leute intensiv daran, dass diese Elektrifizierung klappt. Das ist überhaupt keine Frage. Das muss auch passieren. Und da brauchen wir überhaupt keine Sorge haben, da sind wir dran. Was das Großforschungszentrum angeht, das ist eben, das ist auch eine Entscheidung, die wir gemeinsam getroffen haben, ein wirklich internationaler Wettbewerb. Und diejenigen, die am Ende zum Zug kommen, sind ja jetzt noch drei verbleibende Konzepte, die in Konkurrenz stehen, die werden dann auch die Verantwortung dafür tragen, dass das Ganze zum Erfolg wird. Das ist über Eine-Milliarde-Projekt, und das lebt davon, dass diejenigen, die es machen, die das auch können, denen der Bund auch zutraut, dass sie mit diesem Geld so umgehen, dass daraus ein großer Erfolg wird-, denen muss man auch überlassen, wo sie hingehen. Und aus meiner Sicht gibt es da überhaupt keine Entscheidung für einen Ort bisher. Aber ich finde, man muss in Bautzen vor allen Dingen neue, eigene Ideen entwickeln. Und ich würde sehr dazu raten, das gemeinsam mit der neuen dualen Hochschule zu machen. Ich habe mit der Kollegin vor Ort, die die duale Hochschule leitet, auch gesprochen. Die macht auf mich einen sehr interessierten Eindruck auch an neuen Projekten. Diese Chance muss man nutzen.

David Vandeven: Lassen wir mal so stehen. Gehen wir nach Bautzen, in die Heimatstadt der Sorben und die zweisprachige Stadt, zurück. Zumindest haben wir die Ängste und Befürchtungen der Projekte, die Sie jetzt bestätigt haben, die eingereicht waren, aber nicht bewilligt worden sind, nochmal aufgetan. Es ist dort noch nicht das Ende in Sicht. Der Kultur- und der Umwandlungsprozess, auch der Kohleausstieg, laufen ja noch. Nichtsdestotrotz heißt es, nicht stehen zu bleiben, sondern jetzt Gas zu geben, anzugreifen, neue Konzepte einzureichen und seine Interessen auch zu verteidigen. Ich glaube, Herr Vogt als neuer Oberbürgermeister hat hier beide Hände voll zu tun, einen Fulltimejob draus zu machen und neue Projekte nochmal anzugreifen, vielleicht auch einen besseren Draht zur Staatskanzlei als der ehemalige Oberbürgermeister. Denn wir hatten immer dabei das Gefühl, es gibt genügend Projekte, aber jetzt sieht man die Resultate. Und ich glaube, am Ende zählen die Ergebnisse.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ich habe mit dem-, ich will mal sagen, ich habe mit dem Alexander Ahrens immer ein sehr gutes Verhältnis gehabt auch. Wir sind auch per Du, wir haben auch telefoniert. Woran es genau gelegen hat, weiß ich nicht. Aber meines Erachtens, will ich jetzt niemand auf die Füße treten, gab es zu dem Zeitpunkt, wo ausgewählt worden ist, nichts, was fertig war. Und die Chance besteht jetzt. Und ich habe mit dem neuen Oberbürgermeister auch gesprochen. Er macht aus meiner Sicht auch einen wirklich sehr patenten Eindruck. Und als Leiter eines Gymnasiums weiß er auch, wie man mit Menschen umgehen muss. Und ich glaube, das hat alles eine große Chance, gut zu werden. Sie müssen in Bautzen aus meiner Sicht vor allen Dingen das Gemeinsame stärken, dieses Positive. Also, nicht gegeneinander. Also, ein Stadtrat ist kein Bundesparlament, wo jeder gegen jeden, und wir müssen uns mal so strikter hinlegen, damit wir drüber fallen, oder parteipolitische Spielchen-, das ist falsch, garantiert falsch. Ich war auch lange Jahre im Stadtrat in Görlitz. Es hat dann immer einen Wert, wenn man gemeinsam positiv für die Zukunft der Stadt etwas erreichen will.

David Vandeven: Lassen wir so stehen. Gehen wir nach Bautzen gerne zurück. Ist auch ein toller Sommerimpuls zu der Auftaktveranstaltung, nämlich der erste Stadtrat, jetzt unter der neuen Leitung, der neuen Amtsführung von Karsten Vogt. Sieben Jahre Zeit. Ich glaube, ein Projekt durchzuboxen sind schon hundert Prozent Steigerung gegenüber null. (Lacht) Mal sehen, welches gewinnt. Kommen wir trotzdem zum Thema zurück. Kriegsgewinner, Kriegsverlierer. Es gibt in jedem Krieg auch Gewinner. Die Gewinner derzeit, hat man so das Gefühl, sind die Mineralölkonzerne, die massive Gewinne machen. Auch die Nahrungsmittelindustrie mit versteckten Preiserhöhungen in vielen Bereichen. Die Leute haben das Gefühl, zumindest diejenigen, die ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten müssen, und der Niedriglohnsektor ist in Sachsen sehr viel stärker angesiedelt als in anderen Bundesländern, dass sie zu den Verlierern dieser Krise gehören

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Absolut.

David Vandeven: Das heißt, Sachsen anders zu betrachten als die anderen Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg und Hessen vielleicht?

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja, oder dass wir den Druck früher spüren, nicht? Aufgrund auch der Situation und-, ja, mit diesen Kriegsgewinnern oder mit diesen Übergewinnsteuern. Ich habe da immer gesagt, wenn das ein Thema ist, dann muss eine Bundesregierung die Möglichkeiten ergreifen, die sie gesetzgeberisch hat und es tun, oder sie muss es lassen. Aber das Gerede darüber bringt ja nichts. Im Kern haben wir eine Inflation, die getrieben ist, sehr stark von den Energiepreisen durch einen Mangel. Und den abzustellen, das war ja das Thema des Gesprächs heute, das ist das A und O. Das ist die Lösung für viele, viele andere Dinge auch.

David Vandeven: Wenn sie sagen, die Steuerbelastung, die Inflation ist das, was die Menschen umtreibt, Übergewinnsteuer, das sind Wörter, die sind neu. Auf der anderen Seite habe ich dieses Jahr gelesen, es jährt sich zum 30-jährigen Cum-Ex. Früher hieß es noch anders, jetzt heißt es Cum-Ex. Milliarden an Steuern, die vom Staat an Banken und die Finanzindustrie umgeleitet werden, ohne dass eigentlich ein Anspruch auf diese Steuererstattung besteht. Unser Bundeskanzler steht hart in der Kritik, eventuell dahin verwickelt zu sein. Er ist auch zu Gast in Untersuchungsausschüssen, muss dort Rede und Antwort stehen. Auf der einen Seite sollen Steuern gezahlt werden. Der Kleine kann sie nicht umgehen. Der Große zahlt so gut wie keine. BP zahlt keine Steuern in Deutschland, ist ein internationaler Konzern. Wir sagen immer, mit den Steuern werden die Einnahmen, die Kindergärten, die Schulen, die Autobahnen, alles wird durch finanziert. Einige zahlen übergebürtig viel, einige zahlen gar nichts, und andere gehen straffrei aus, wenn sie Steuern veruntreuen. Die Glaubwürdigkeit, dass unser System eine Verlässlichkeit darstellt und mit der Arroganz, mit der wir teilweise auch gegenüber anderen Ländern auftreten, Korruption bekämpfen zu wollen und auch es einfordern, dass es gemacht wird, machen wir es denn so viel besser? Sind wir so viel besser als die anderen um uns herum?

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja, zumindest müssen wir uns immer wieder auch aufs Neue hinterfragen und die Dinge so organisieren, dass sie auch gerecht und fair sind. Und wenn man feststellt, dass da kriminelle Energie im Spiel ist, dann muss das mit aller Konsequenz verfolgt werden. Das ist, glaube ich, das, was die Menschen dann auch erwarten.

David Vandeven: Findet bei Cum-Ex nach 30 Jahren irgendwie kein Gehör. Weder-.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Doch, das wird ja aufgeklärt, und viele Löcher sind ja auch gestopft worden. Aber auch da-, das ist ja dieses Ärgernis, dass internationale Konzerne solche Optimierungsmöglichkeiten haben. Die muss man ihnen legen, und vieles davon ist dann am Ende auch Europäische Union. Man ist da vorangekommen, und es muss weitergehen, ist überhaupt keine Frage.

David Vandeven: Die meisten internationalen Konzerne sitzen allerdings drüben im Westen. Wir haben keinen DAX-Konzern bisher, der sich in Sachsen niedergelassen hat. Sie feiern immer wieder auch die Innovation, die Entwicklungsstärke von Sachsen. Große Konzerne wissen um die Fakultäten, die wir haben, und die Fraunhofer Institute mit der Universität in Zittau. Wir haben aber auch Dresden als Universitätsstadt, wir haben Leipzig. Die Attraktivität des Ostens, vor allen Dingen des Freistaats Sachsens, ist immer wieder auch der großen Industrie bekannt. Standorte werden hier genutzt, Vorteile. Aber die Ansiedlung von DAX-Konzernen und internationalen Konzernen, dass wir sagen, wir nehmen Sachsen jetzt mal auch als unseren Hauptsitz, der findet so nicht statt.

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Nein. Und das, glaube ich, ist auch eine Vorstellung, die ist falsch, die wird so nicht funktionieren. Wir müssen Unternehmen haben, die so wachsen, die so erfolgreich sind, dass sie in den DAX kommen. Und das funktioniert natürlich nur in einer Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs. Das sehen wir, oder haben wir gesehen bis zu diesem Krieg sehr deutlich. Wir haben hier in Dresden die Ansiedlung von Bosch gehabt, als eine Entscheidung. Eben ganz bewusst nicht in Baden-Württemberg, im Heimatland, sondern hier. Wir haben andere Ansiedlungen. Wir sind jetzt für die Lausitz in einem auch interessanten Gespräch mit vielen Investoren, mit der Mikroelektronik. Wir haben diese Großforschungszentren im mitteldeutschen Revier, in der Lausitz. Da passiert unglaublich viel. Und deswegen ist das auch etwas, was mich so umtreibt, dass durch diese Energiepolitik, die jetzt beginnt, möglicherweise so ein Abriss dieser Entwicklung ist. Denn vieles in den alten Bundesländern ist nicht mehr möglich. Man sieht dort flächenmäßig, personell, es ist alles irgendwo begrenzt. Die Infrastruktur ist nicht so ausgebaut, dass jetzt noch mehr dazu kommen kann. Deswegen, wir haben jetzt eine riesige Chance, dass diese Unternehmen hier gerade auch in den neuen Ländern kommen. Aber das darf jetzt nicht mit einer Rezession kaputtgemacht werden.

David Vandeven: Ich höre zumindest aus ihren Worten heraus einerseits eine Mahnung, auf der anderen Seite-, die Stärke Sachsens ist die Innovation, der Zusammenhalt, die Gemeinschaft. Auf der anderen Seite treffen wir aber auch auf Ideologien. Wir haben rechte Strömungen, die am Rand fischen. Die AfD ist keine schwache Partei. In Sachsen hat sie, glaube ich, 30 Prozent der Wähler in einigen Bereichen hinter sich bringen können. Jetzt bei den Wahlen haben die Bürger doch nochmal neu entschieden, haben gesagt, die AfD ist nicht stärkste Kraft, die CDU soll es werden. Die Landratswahlen haben stattgefunden. Große Angst ist doch besiegt worden. Vernunft soll siegen. Auf der anderen Seite sehen wir aber auch ideologische Kräfte oder Kräfte auf der anderen Seite, die an dem Strang ziehen Ende Gelände, die Kohleausstieg fordern und, und, und. Menschen, die sich auf Autobahnen festkleben und sagen, der Verkehr soll lahmgelegt werden. Wir haben ja einen Klimanotstand. Die Menschen brauchen Verlässlichkeit, die Menschen brauchen Zuversicht und sie brauchen Hoffnung. Und Ideologen neigen dazu, aus Ängsten herauszufischen, Ängste für sich aufzugreifen, zu sagen, wir mobilisieren unsere Kräfte. Wie sicher sind Sie sich, dass die Vernunft sieht und nicht die Ideologie?

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja, das liegt an uns. Wir müssen dafür werben. Und diese Demokratie und auch dieses gesellschaftliche Klima kann ja nur aus der Mitte der Gesellschaft herauswachsen, nicht von den Rändern, nicht von den populistischen und extremen Rändern. Und dieser ja zunehmende radikale Populismus, diese Unfähigkeit, Kompromisse schließen zu können und anderen zuzuhören, das macht mir große Sorgen. Und das, glaube ich, ist kein guter Rat, wenn man sich anschaut, was wir in 30 Jahren erreicht haben, wie die Situation in den 90er Jahren ist, was hier wirklich an blühenden Landschaften entstanden ist. Dann war es nur durch ein gegenseitig sich etwas Zutrauen, einem gemeinsamen Arbeiten, einem Vertrauen und eben auch immer Innovation. Wir werden diesen Klimawandel aufhalten können. Wir werden völlig neue Produkte schaffen können und auch eine CO2-freie Wirtschaft haben können, wenn wir jetzt in diesem Bereich investieren, wenn wir Wissenschaft betreiben, wenn wir die Wirtschaft in dem Bereich voranbringen. Und das wünsche ich mir sehr. Niemand muss sich als letzte Generation fühlen. Niemand muss sich auf einer Autobahn festkleben. Alle sollten mittun dabei. Und das ist das, was die Menschen in den Neunzigerjahren so verbunden hat. Dieser Wille zum Erfolg, den wünsche ich uns auch.

David Vandeven: Also eine erneute Aufbruchstimmung. Ich werfe den Ball mal rüber, Jens Zimmermann aus dem Erzgebirge. Also, ein Phänomen erkenne ich ja. Die lokalen Aufstände und dass die Menschen auf die Straße gehen, ist kein Phänomen nur von Ostsachsen. Das ist ein bundesweites Phänomen, teilweise ein europäisches Phänomen. Ich weiß, auch in Schwarzenberg hat es die Menschen auf die Straße getrieben, und zwar der Gedanke der Freiheit steht vordergründig. Inflationär meines Erachtens viel zu sehr die Menschen stigmatisiert und diffamiert werden. Und man muss sehr, sehr stark auch aufpassen, wenn man die Menschen zu sehr in eine Ecke drückt, ob sie sich nicht in diese Ecke am Ende sogar auch wohl fühlen. Sondern man muss sie auch wieder einfangen. Aber wie siehst du das aus dem Erzgebirge, wie ist da die Stimmung? Wie sind die Menschen dort momentan drauf? Du sagst, es gibt einen heißen Herbst. Das heißt, die Leute gehen wieder auf die Straße, oder was für Ängste gehen da um?

Jens Zimmermann: Ja, ich glaube, man muss nicht irgendwelche prophetischen Anbindungen haben, um zu sagen, dass der Herbst dazu beitragen wird, dass Menschen wieder viel verstärkter auf die Straße gehen werden, um ihren Unmut kundig zu machen. Und vor allen Dingen dann, wenn sie überlegen, dass vielleicht ein kalter Winter bevorsteht zu den Themen, die wir schon besprochen haben, was Energie und Energiepreise anbelangt, und wer kann das noch bezahlen. Deswegen gleich mal noch ein Stichwort zum Thema Immobilienwirtschaft. Es wird die Zeit kommen, wo spätestens dann mit der Abrechnung, mit der Gas- und Stromabrechnung, Mieter nicht mehr in der Lage sein werden, diese Kosten, diese Nebenkosten zu zahlen, so tragen zu können, und der Vermieter am Ende auf denen sitzen bleibt, beziehungsweise dann auch das Handtuch werfen muss. Das heißt also: Gibt es denn da jetzt schon Überlegungen, und jetzt muss ich wirklich sagen, nicht vom Land, sondern dann von der Bundesregierung, um dem vorzubeugen? Oder lässt man die Dinge auf sich drauf zukommen, um dann zu sagen: „Ja, dann müssen wir dann irgendwelche Pakete schnüren und-, um dann zu reagieren.“ Ist es also mehr jetzt schon, dass man agiert, oder will man reagieren?

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Also, die Überlegungen dazu laufen ja, und die Forderungen sind ja auch ganz klar aus der Immobilienwirtschaft von den Vermietern, aber auch von den Sozialverbänden, der Verbraucherschutzzentrale, und die haben absolut Recht. Es gibt Menschen, die werden sich das nicht leisten können, und denen muss geholfen werden. Und das wird auch passieren, überhaupt keine Frage. Dann werden wir uns drüber unterhalten müssen, in welchem Umfang, und wo sind da auch Grenzen. Das ist aus meiner Sicht ein zwingendes Muss. Ich bin halt deswegen-, es ist trotzdem gut, dass wir drüber sprechen. Ich bin halt immer deswegen ein bisschen zurückhaltend, weil ich immer denke, ich würde gern das Problem an der Ursache greifen. Und das haben wir, glaube ich, in dem in dem Gespräch jetzt auch gemacht. Und danach kommt, wenn man das hat und wenn man da auch klar ist, natürlich muss man auch ein Stück weit beim Energiesparen mitmachen. Aber ehrlich gesagt müssen wir jetzt wirklich Menschen, die in größter Sorge sind, ob sie sich das leisten können-, müssen wir denen jetzt Tipps geben oder müssen wir denen jetzt den Rat geben, Energie zu sparen? Das ist doch wirklich wohlfeil. Diese Leute haben Sorgen. Die werden alles dafür tun, nur so wenig wie möglich Energie zu verbrauchen. Das ist doch die Wahrheit. Und ich finde, das gehört auch zur Redlichkeit dazu. Ich will nicht das Wort reden von dem heißen Herbst, sondern ich wünsche mir, dass wir durch unsere Debatten, die wir jetzt führen, und durch Wortmeldungen von vielen auch klugen Menschen, die sich für diese Gesellschaft engagieren-, dass wir hier auch eine Veränderung in der in der Politik haben, die am Ende dazu führt, dass wir eben nicht diese Belastungen, die die Menschen nicht tragen können, so in diesem Land bekommen.

Jens Zimmermann : Also, das ist ja wohltuend zu hören, diese lösungsorientierte und konstruktive Arbeiten, um wirklich auch das Thema nach vorn zu bringen, zum Thema Innovation, auch Energie. Ich weiß, ohne jetzt Namen nennen zu wollen, in Leipzig gibt es einen Bekannten, der sogar die Nummer eins ist im Bereich alternative Energie, der aber leider wohl das Land verlassen wird, weil er einfach hier kein Gehör findet. Also, insofern würde ich mir auch mehr wünschen, dass man wieder Dinge doch aufgreift oder zumindest mal über Dinge nachdenkt, wo man sagt, damals, Ort Zeit und Bedingung-, war vielleicht der Zeitpunkt nicht so günstig gewesen. Man besinnt sich einfach nochmal, sucht das Gespräch. Und da bin ich immer wieder der größte Fan zu sagen, jawohl, lieber das Gespräch finden, als hier die Tür zu zerschlagen. Nicht nur zum heißen Herbst oder-, sondern einfach zu dem, was bevorsteht. Ich muss einfach mal Deutschlands beliebtesten Politiker hier nennen. Das ist wohl, glaube ich, der Herr Lauterbach. Es gibt wieder die Maskendiskussion, und es gibt das Thema: Wie schützen wir uns davor? Gibt es vom-, und jetzt sage ich wirklich nochmal, im Freistaat Sachsen gesprochen und nicht für die Bundesregierung. Gibt es vom Gesundheitsministerium Überlegungen, das Thema Stärkung Immunsystem, wie gehen wir die Sache im Herbst an, was wollen wir da tun? Gibt es da schon, jetzt will ich nicht von Rezepten sprechen, aber von Überlegungen, um dagegen zu steuern?

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ja, zunächst mal ist ja die Situation so, dass die Bundesregierung für sich entscheidet, welche Maßnahmen sie möglich sieht und welche nicht. Und die Debatte darüber läuft, die ist auch immer wieder in der Veränderung. Und man staunt, dass die Ratschläge von Wissenschaftlern, aber auch von den Bundesländern, die ja jetzt schon auch zwei Jahre Erfahrung darin haben, so wenig gehört werden. Von daher werden wir sehen, was da passiert. Klar ist, wir setzen zuerst auf die Eigenverantwortung. Wir haben jetzt mittlerweile alle unsere Erfahrungen gemacht. Wir müssen mit Corona leben. Das ist ein Virus, der wird auch nicht mehr aus der Welt gehen. Und wir werden immer die minimalinvasivsten Mittel nehmen. Und das Ganze muss praktisch halt auch funktionieren. Von daher ist es jetzt noch zu zeitig. Wir wissen, dass wir die Schulen und Kindergärten geöffnet haben wollen, dass die Gastronomie offenbleiben soll, dass zu diesen Schließungen nicht kommen soll. Und alles andere wird sich jetzt in den nächsten Wochen auch ergeben daraus.

David Vandeven: Wir haben jetzt doch einen kleinen Ausdruck gemacht zu Corona. Ich meine, der Herbst steht nahe. Es kann sein, die Grippewelle kommt, Corona ist nicht weg. Corona kann kommen, es kann aber auch mit der neuen Variante kommen. Ich denke, wir werden gestärkt in diese Krise hineingehen, weil, wir haben Erfahrung gesammelt aus den letzten, vergangenen Jahren. Wir haben sicherlich auch Resümees ziehen dürfen. Was ist gut gelaufen, was ist nicht so gut gelaufen? Und wir haben vergleichbare Angaben aus den Nachbarstaaten. Denn wir stehen mit der Krise nicht allein. Es ist ein weltweites Virus. Und es ist ein europäischer Konsens zu finden in dem Zug, gemeinsam und gemeinsam zusammen zu stehen im Blick oder im Hinblick auf die Ursachenbekämpfung, auch auf den Umgang mit Russland. Ich denke, ein paar Impulse sind heute gekommen, die auch zum Nachdenken anregen, vielleicht auch mal die Stimmen zum Nachdenken anregen, die medial momentan sehr stark danach rufen, der Krieg kann nur gewonnen werden oder muss gewonnen werden. Von Gewinnen kann man bei Krieg nie reden. Und mit Waffen werden wir diesen Krieg nicht gewinnen. Das waren ein paar Dinge und ein paar sehr schlaue Sätze, die ich hier gehört habe, die ich denke, die sehr wichtig sind, die immer wieder auch wiederholt werden müssen, damit Leute sich die zumindest auch Erfahrungen und Erinnerungen noch haben an die Auseinandersetzung des ehemaligen ersten und auch des zweiten Weltkriegs, die auch viel tiefe Narben in den Familienbüchern hinterlassen haben, die da auch Erkenntnisse gezogen haben, zu sagen: Es ist gut und auch vernünftig und schlau zu wissen, es gibt Stimmen, auch aus der Politik, die anders denken. Deswegen erstmal vielen, vielen Dank. Und ich glaube auch, dass im Hinblick auf die Zeit Erkenntnis reifen wird in vielerlei Hinsicht, in vielerlei Prozessen. Und man trifft sich nicht nur einmal, man trifft sich immer wieder. Ich freue mich auf das nächste Wiedersehen und auf das nächste Treffen. Ich weiß, wir haben dieses Gespräch heute nicht vorangekündigt, damit Sie im Vorfeld nicht Telefonate beantworten müssen, warum Sie sich mit mir oder auch mit Jens Zimmermann unterhalten. Die Menschen, die das Gespräch heute verfolgt haben oder verfolgen können, können sich ihre eigenen Gedanken machen oder ihre Anregungen machen. Wir werden da sicherlich nicht in allen Bereichen immer einer Meinung sein. Wichtig ist aber doch, und das ist auch der Tenor, warum es den Sofatalk gibt, er ist nicht unterstützt aus der Leistungskraft einzelner Wirtschaftsbetreiber, die uns finanzieren, sondern aus meiner privaten Tasche. Das Miteinander des miteinander Redens, das miteinander Streitens, das sollte wieder in den Mittelpunkt rücken, und auch eine andere-, vielleicht andere Form der Streitkultur. Wir dürfen ruhig streiten, wir müssen streiten. Streit gehört zur Demokratie meines Erachtens essenziell dazu. Und sich trotzdem aber mit Respekt zu begegnen und auf Augenhöhe auch miteinander vielleicht sich aus dem Weg zu gehen und danach eine andere Art des Umgangs zu finden und zu pflegen, auch da hat die Zeit gezeigt, sie bleibt nicht stehen, sie läuft weiter. Ich danke Jens Zimmermann, der so spontan heute eingestiegen ist in das Gespräch. Weil, ich entschuldige, das Gespräch war angekündigt auch mit Bernd Kiesewetter, mit dem Bestsellerautor aus Berlin. Ich wünsche an dieser Stelle gute Besserung, Bernd, nach Hause. Weil, er ist nämlich an einer Grippe erkrankt. Und ich hoffe darauf, dass wir gemeinsam stark durch diese Krisen kommen. Es ist nicht nur eine Krise. Es ist das erste Mal in der Geschichte, so viele Krisen auf einmal gemeinsam zu bewältigen. Und ich glaube, das ist für viele auch neu. Denn eine Lieferengpässe, das kennen wir. Eine Inflation als solches kennen wir auch. Krieg als einzelnes Merkmal auch. Aber alles auf einmal so geballt, wie es momentan ist, überfordert nicht nur die Menschen. Es braucht kluge Köpfe an den obersten Etagen, die gemeinsam mit den Leuten daran arbeiten, dass die Probleme gelöst werden. Was mir heute erkennbar ist, Sie sind kein Vogelstrauß, der den Kopf in den Sand steckt, sondern Sie sind jemand, der sagt: Ich will anpacken, ich will gemeinsam mit den anderen Kräften nach Lösungen suchen, ich will die Ursache an den Wurzel anpacken. Das sind Impulse, die geben mir Hoffnung, dass Sachsen auch eine Strahlkraft bleibt nach außen. Nichtsdestotrotz ist es eins von 16 Bundesländern. Und die anderen sind genauso gefordert im Miteinander mit Sachsen gemeinsam Lösungen zu finden. Und da, glaube ich auch, liegt der Schlüssel zum Erfolg, sich miteinander gemeinsam um Lösungen zu ringen. Ich würde Ihnen trotzdem, auch, wenn wir Sommerloch haben, das letzte Wort geben. Ich sehe es auch nicht als nur den heißen Herbst. Ich sehe einen heißen Herbst auf der einen Seite, weil die Schlagzeilen mit Frau Faeser und so sind so da. Ich denke, es liegt an uns, jetzt vorzeitig uns darauf vorzubereiten auf einen Herbst, den wir gemeinsam feiern können. Deswegen in dem Sinne nochmal das letzte Wort an Sie bitte und auch an Jens, den Abschluss hier zu finden.

Jens Zimmermann: Ganz kurz, bevor, und das wollen wir wirklich genauso handhaben, unser Ministerpräsident das letzte Wort erhält, würde ich gerne das noch mit einer Bemerkung einer Frage begleiten wollen. Also, die Bemerkung ist erstmal: Ganz, ganz herzlichen Dank für diese wirklich offenen, klaren Worte. Ich glaube, das haben unsere Zuschauerinnen und Zuschauer als, denke ich, sehr wohltuend empfunden. Aber ich habe natürlich als Botschafter auch des Erzgebirges noch eine ganz andere Frage: Wann ist denn wieder vom Ministerpräsidenten eine Reise ins Erzgebirge im Allgemeinen und in die Perle des Erzgebirges im Besonderen geplant?

Ministerpräsident Michael Kretschmer: Ich bin sehr gerne im Erzgebirge, weil es ein ganz besonderer Landstrich ist, hier im Freistaat Sachsen. Natürlich Bautzen, die Oberlausitz und unsere Sorben auch. Aber das Erzgebirge ist auch etwas, was mich immer wieder aufs Neue fasziniert, und ich bin alle-, jeden Monat mehrmals auch in der Region unterwegs. Ich kann-, habe den Kalender jetzt nicht dabei. Aber mir ist vor allen Dingen auch wichtig unser gemeinsames Weltkulturerbe mit der tschechischen Seite. Da haben wir neulich bei dem Gespräch in Prag mit dem Premierminister Fiala drüber gesprochen und planen eigentlich auch, dass wir nächstes Jahr das gemeinsam besuchen wollen. Und ich schaue mir sehr genau an, wie der Welterbeverein die Orte jetzt aussucht für die Besucherzentren, und dass wir die auch mit Finanzen so unterstützen, dass es da weitergehen kann. Ich sehe die Kulturhauptstadt Europas, Chemnitz und jetzt die ersten Aktivitäten in die Region hinein. Ganz beeindruckend, wie diese Stadt und wie die Region die Dinge auch gemeinsam macht. Und wir sehen, wie es auf der einen Seite Sorgen gibt, was den Strukturwandel angeht, in der Lausitz, im Mitteldeutschen Revier ist es das Thema Energie und Umbau, in der-, im Erzgebirge sehr oft die Fahrzeugindustrie, die Zulieferindustrie. Und ich habe einen großen Respekt vor den Unternehmerinnen und Unternehmern, die es schaffen, sich da neu aufzustellen. Und denen auch beiseitezustehen mit unserer Innovationsförderung, mit unserer Unterstützung der Hochschulen, das ist auch so ein Stück weit mein Ziel. Also, vielen Dank für das Gespräch. Lassen Sie uns gemeinsam das durchstehen und in einem festen Vertrauen auf diese Demokratie, auf diesen Rechtsstaat miteinander im Gespräch sein. Das ist das-, ist die Basis für unseren Erfolg und für unseren Wohlstand. Und in-, auf dieser Basis kann man jede Debatte führen. Und das entscheidende ist, das spüre ich immer wieder-, ist eben auch eine Faktenkenntnis und ein Reiben an Fakten und nicht nur an ideologischen Hauptsätzen. Das ist mir immer wichtig. Ich bin auch total bereit, mich zu korrigieren und dazuzulernen, aber ich liebe das Gespräch, was im Detail ist. Denn wenn sich niemand mehr um die Details kümmert, dann erodiert das Ganze und fällt irgendwie zusammen und ist dann im Ungefähren. Das ist das, was Sachsen, glaube ich, 30 Jahre lang gut gemacht hat. Und diesen erfolgreichen Weg sollten wir auch fortsetzen.

David Vandeven: Lassen wir so stehen. Wir danken für die Aufmerksamkeit. Wenn Sie Tipps und Anregungen haben, schreiben Sie in den Kommentaren. Wenn Sie uns unterstützen möchten, bei der Sendung, damit es noch weitere Folgen gibt, gerne. Das Projekt ist so vertagt und wird transkribiert. Das heißt, Sie kriegen die gesamte Interviewreihe nicht nur zu sehen, sondern auch zu lesen. Und es wird von Menschen in andere Sprachen auch übersetzt, auch ins Russische. Weil, es ist uns auch wichtig, dass die Information dieses Landes von den Menschen um uns herum gesehen werden. Wir sind keine Insel, wir sind nicht alleine, wir sind gemeinsam auf diesem Planeten, und diese Information sollten ihre Reichweite finden. Sie können uns dabei unterstützen, indem Sie die Beiträge teilen und konstruktiv an uns arbeiten oder mit uns arbeiten, gemeinsam neue Lösungen zu finden oder die Lösungen, die gefunden werden, in die Welt hinauszutragen. Danke schön.