Am 29. November war Bautzens Oberbürgermeister Karsten Vogt genau 100 Tage in seinem Amt als Stadtoberhaupt. Was hat sich in dieser Zeit getan, welche Themen haben ihn bewegt und welche Ergebnisse kann er vorweisen? Eine kurze Rückschau auf 3 intensive Monate.

Seit dem 22. August hat Bautzen einen neuen Oberbürgermeister. Der ehemalige Schulleiter hatte Mitte Juni mehr als die Hälfte aller Wähler hinter sich vereinen können und tauschte das Direktorenzimmer des P.-Melanchthon-Gymnasiums gegen das Büro im Rathaus. „Schon lange vor meinem ersten Tag war mir klar, dass es mit unterschiedlichen Akteuren einen sehr hohen Gesprächsbedarf geben wird“, so Karsten Vogt. Sein tägliches Pensum gibt ihm seit dem Recht: Die Thematik der Pacht-Garagen auf städtischem Grund, der Strukturwandel mit Logistikzentrum, Lauenareal und Lausitz Art of Building, die Struktur der Stadtverwaltung und die Herausforderungen der Energiesituation – viele unsortierte Schwerpunkte brauchten zeitnah eine Struktur, Verantwortlichkeiten und feste Abläufe. Dazu waren häufig viele Gespräche notwendig – mit Mitarbeitern, Institutionen, der Landesregierung oder Bundes- und Landtagsabgeordneten. Vogt: „Wenn wir die Stadt Bautzen weiter entwickeln wollen, müssen wir miteinander reden“. Damit gemeint ist ein breiter Bürgerdialog auf der einen Seite, um die „Probleme auf der Straße“ kennenzulernen und entsprechend reagieren zu können. Auf der anderen Seite ist der Dialog mit dem Stadtrat immens wichtig. „Ich möchte die Kommunikation verbessern, Transparenz erzeugen und um Verständnis werben“. Neben den fünf regulären Stadtratssitzungen gab es bereits eine außerplanmäßige Klausur zu wichtigen Haushaltsthemen. Eine weitere Klausur steht schon fest im Kalender. Im Januar 2023 will sich Vogt mit den Stadträten zu den wichtigsten Themen der Stadtentwicklung abstimmen.

Und was hatte Karsten Vogt neben zahllosen Grußworten, Schirmherrschaften, Alters- und Ehejubiläen, Gedenkveranstaltungen, Ausschusssitzungen und Bürgersprechstunden sonst noch zu erledigen? Im September folgte der Oberbürgermeister einer Einladung nach Kroatien und stellte Wirtschaftskontakte her, bahnte eine Schulpartnerschaft an. Kurz darauf musste er sich nach dem Starkregenereignis erstmals als Krisenmanager profilieren, beim Brandanschlag auf das geplante Asylbewerberheim ein zweites Mal. Im Sinne eines breiten Bürgerdialogs brachte sich Vogt in diverse Gesprächsformate ein, wie dem Gesprächssalon Jugend(t)räume, der Jugendideenkonferenz, den Bautzener Reden und dem Gesprächsangebot der Bautzener Stadträte. Kritik erntete Vogt für seinen Redebeitrag bei einer Montagsdemonstration. „Für mich bleibt es ein Glaubensgrundsatz: Möchte man Dinge verändern, muss man miteinander reden. Eingefleischte Verschwörungstheoretiker lassen sich zwar nicht mehr erreichen. Die Ängste der Menschen müssen wir aber unverändert ernst nehmen!“ Vogt war zur Energiesituation angefragt worden, einem Thema, das ihm persönlich sehr am Herzen liegt. Zuvor gehörte er bereits zu den Unterzeichnern verschiedener Appelle an die Bundesregierung, auf die Entwicklung der Energiekosten zu reagieren.

„Die ersten 100 Tage als Oberbürgermeister waren sehr intensiv“, resümiert Karsten Vogt. „Zu glauben, in dieser kurzen Zeit die Probleme der Stadt lösen zu können, wäre blauäugig. Aber ich habe gemeinsam mit Partnern in und außerhalb der Verwaltung Abläufen eine Struktur gegeben, Verantwortlichkeiten festgelegt und Zeitpläne erstellt“. Karsten Vogt verweist darauf, dass ein Citymanagement nicht an 100 Tagen aus dem Boden zu stampfen ist und auch die Beurteilung des Sanierungsfalls Dr.-S.-Allende-Oberschule oder ein Prüfbericht zum Bau der Kita „Purzelbaum“ Zeit in Anspruch nehmen. Wichtig ist zudem, dass der Oberbürgermeister wieder Verantwortung in Gremien außerhalb der Verwaltung übernimmt, sei es im Aufsichtsrat der städtischen Wohnungsbaugesellschaft oder im Zweckverband Fernwasser. Bautzens Nachbargemeinden sind nicht weniger wichtig. Neben den Kollegen in Görlitz, Hoyerswerda und Löbau hat es Gespräche mit einigen Nachbarn gegeben. Für Januar 2023 ist eine etwas größere Kennenlernrunde geplant.

Karsten Vogt: „Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass nach 100 Tagen im Amt die Schonzeit endet. Eine Schonzeit hat es für mich nie gegeben und das ist gut so. Ich habe schon einige Anliegen auf den Weg gebracht und das ist für mich in erster Linie Ansporn. Für mich gibt es nach wie vor ein übergeordnetes Ziel: die Stadt Bautzen voranzubringen. Und glauben Sie mir: Es bereitet mir nach wie vor viel Spaß und Freude, mich für unser Bautzen zu engagieren!“

Stadtverwaltung

Abbildung:
Vereidigung OB Vogt, Stadtverwaltung