
In Deutschland gibt es eine ungeschriebene Regel, die bekannter ist als die Gedächtniskirche im Westen Berlins und der Fernsehturm im Osten der Stadt: Wer Israel kritisiert, sollte damit rechnen, noch vor dem Ende seines Satzes des Antisemitismus bezichtigt zu werden. Ulkigerweise wurden während der inzwischen nachweislich inszenierten Covid-19 – Pandemie Maßnahmenkritiker ebenfalls recht schnell als Antisemiten und Holocaustleugner hingestellt, gleiches widerfuhr vielen Kapitalismuskritikern während der Finanzkrise 2008/2009, zu deren Vertuschung man seinerzeit ebenfalls eine Pandemie, damals die so genannte „Schweinegrippe“, aus dem Hut zauberte, allerdings rasch wieder samt für 5 Milliarden Euro bestellter Impfdosen einpackte, als Bundeskanzlerin Merkel sich bereit fand hunderte von Milliarden Euro in Banken-Rettungsschirme zu investieren. Wer auf mögliche Zusammenhänge hinwies oder nur vorsichtig nachfragte, wurde sogleich als Antisemit bezeichnet. Es ist schon interessant, wer sich unaufgefordert welchen Schuh anzieht. Gibt es vielleicht doch Zusammenhänge, die man schnell mit dem effektivsten Nachfrage- und Redeverbot seit der Erfindung des Faschismus, dem Antisemitismusvorwurf, vertuschen will?!
Kritisiert ein Universitätsprofessor die israelische Regierung, gerät er schnell unter Verdacht.
Spricht ein Künstler über die Menschenrechte der Palästinenser, folgen nicht selten Ausgrenzung und Diffamierung.
Fordert ein Journalist einen Stopp der Waffenexporte nach Israel, wird es zunächst still, während alle demonstrativ in eine andere Richtung schauen.
Und wenn ein Student ein Plakat hochhält, das den israelischen Vernichtungskrieg in Gaza kritisiert, scheint plötzlich eine tiefgreifende gesellschaftliche Krise vorzuliegen, die nach Untersuchungsausschüssen, akademischen Konferenzen und vielleicht sogar einer dreiteiligen Dokumentation verlangt.
Jahrelang erklärten deutsche Politiker aller Parteien, von links bis rechts, der Öffentlichkeit dieselbe Formel: Kritik an Israel könne zwar politische Kritik sein, sie könne aber auch Antisemitismus darstellen. Deshalb sei Vorsicht geboten. Dann noch mehr Vorsicht. Und zur Sicherheit ein zusätzliches Maß an Vorsicht gegenüber der Vorsicht selbst.
Nehmen wir nun einmal an, die lautstarken Verteidiger des Zionismus würden diese Logik konsequent auf alle Menschen in Deutschland anwenden, ohne Ausnahmen und mit denselben Maßstäben für alle.
Doch dann erscheint plötzlich Donald Trump… Der Mann, der die amerikanische Botschaft nach Jerusalem verlegte.
Der Mann, den die israelische Regierung zu den israelfreundlichsten US-Präsidenten überhaupt zählt.
Der Mann, den während des Vernichtungskrieges in Gaza, des Zerstörungskrieges im Libanon oder der Konfrontation mit dem Iran niemand in Tel Aviv als Gefahr für Israel bezeichnete.
Und dann geschieht etwas Unerwartetes: Trump schließt ein Abkommen mit dem Iran, fordert Israel auf, die Angriffe auf Beirut einzustellen, kritisiert öffentlich den Netanjahu, gegen den bereits ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs vorliegt, und wirft ihm Undankbarkeit vor.
