Sachsen – Wir haben die Wahl… (mal wieder)

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Ein paar Tage nur noch, dann ist es wieder soweit. Der Sachse wählt! Nach dem Wahlmarathon im Mai mit bis zu vier Wahlen an einem Tag, haben wir nun am 1. September die Landtagswahl. Die fünfte Möglichkeit in diesem Superwahljahr die politische Landschaft mitzubestimmen.

Die nun schon zum siebenten mal stattfindende sächsische Landtagswahl ist aber nicht nur eine einfache Wahl – sie hat auch eine starke Signalwirkung über Sachsen hinaus. Bestimmen wir doch hier auch mit dem abschneiden der AFD den politischen Diskurs in Berlin mit.

19 Landeslisten wurden zugelassen von denen wahrscheinlich sechs in das Landesparlament einziehen werden, wobei wir der FDP hier schon kräftig die Daumen drücken. Und Sie ahnen es vielleicht, während unsere Daumen langsam weiß werden, sind wir schon mittendrin im spannenden Mittelteil: Wem gebe ich meine Stimmen? Und wem nicht? Oder splitte ich sie weil der Kandidat meiner bevorzugten Partei als Direktkandidat zu schwachbrüstig ist? Alles Fragen die nicht leicht zu beantworten sind. Denn hier müssten auch die Wähler aus dem linken Spektrum den CDU Kandidaten ihre Stimmen leihen um der AfD das drohende Direktmandat zu nehmen. Wird es dazu kommen?

Was will Michael Kretschmer?

Vielleicht, aber dazu müsste man auch wissen: Was will Michael Kretschmer. Die letzten Umfragen sehen die CDU als stärkste Partei in Sachsen bei um die 30 Prozent. Wobei hier viele ehemalige SPD Wähler wohl zur Vernunft gekommen sind, und nun ihre Stimmen panisch von den Grünen zur CDU ins konservative Lager umschichten. Da drohen wohl doch zu viele Verbote und zu wenig Ideen von der linken Aussenlinie.

Deshalb heißt der alte und neue Ministerpresident (MP) Michael Kretschmer. Die Frage ist nur von wessen Gnaden. Eine Koalition mit der Linkspartei ist ja schon länger ausgeschlossen. Die AfD ist ihm auch zu schmuddelig. Doch halt – er schloss gegenüber dem Tagesspiegel nun auch eine Minderheitsregierung aus! Da fragt sich der Kenner, kennt hier einer schon die Wahlergebnisse? Nach der letzten Umfrage der „Forschungsgruppe Wahlen“ liegt die bunte Koalition bei genau 55 Prozent. Und da sind die 5 Prozent der FDP schon mit dabei, von der ich aus, „zumeist gut unterrichteten Kreisen“, weiß, daß sie mit keinen großen Koalitionsambitionen schwanger geht.

Oder machen wir mal was ganz verrücktes.

Aber vielleicht machen wir doch mal etwas ganz unerwartetes. Geben wir unsere Zweitstimme der SPD. Und sei es nur, die Chancen des Bautzener Oberbürgermeisters Alexander Ahrens zu erhöhen der neue Vorsitzende der Bundes-SPD zu werden. Der Gedanke ist schon prickelnd die Geschicke der alten Tante SPD könnten nun zur Hälfte aus Bautzen geleitet werden, und sei es auch nur, damit den linken Kevin zu ärgern.

Also, liebe Leserin, lieber Leser, sie sehen, ich gebe ihnen natürlich keine Wahlempfehlung, Sie entscheiden selbst was für Sie am Besten scheint. Nur bei einer Sache lege ich mich fest. Es wäre gut, wenn Sachsen den Mut zu einer Minderheitsregierung hätte. Mehr Demokratie geht eigentlich nicht! Davon abgesehen wäre eine Koalition mit nur wenigen Stimmen Mehrheit viel zu wackelig. Um grundlegende Koalitionsvereinbarungen über eine Legislaturperiode zu retten in denen Themen wie Strukturwandel, Demografie, Klima und Digitalisierung in den nächsten Jahren keinen Stein mehr auf den anderen lassen, braucht es Vertrauen und Verlässlichkeit zwischen den Partnern. Mit etwas mehr Abstand zur parlamentarischen Mehrheits-Grenze als ein paar Sitze mit unsicheren Kantonisten darauf.

In diesem Sinne, geben Sie Ihre Stimme mit Bedacht und denken Sie daran – vielleicht ist dieses Jahr noch Bundestagswahl.

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